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02/08/2015 17:50 CEST | Aktualisiert 02/08/2015 19:15 CEST

So könnte die SPD doch noch gegen Merkel gewinnen

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Die Aussicht der SPD auf die Kanzlerschaft ist an diesem Wochenende noch ein ganzes Stück düsterer geworden. Wie der "Spiegel" berichtet, will Angela Merkel offenbar bei der nächsten Bundestagswahl wieder antreten. Zudem, so zeigen es aktuelle Umfragen, hätte die CDU/CSU die absolute Mehrheit sicher, wenn heute Bundestagswahl wäre. Selbst mit einem Bündnis mit Grünen und Linken wäre die SPD also chancenlos.

Der Partei scheint all das eine Heidenangst einzujagen. Laut einem Bericht des "Spiegels" überlegt sie derzeit, auf einen eigenen Kandidaten bei der nächsten Bundestagswahl zu verzichten. Eine Partei mit einer langen, stolzen Tradition gibt sich also noch vor einer Wahl geschlagen. Das ist schlicht absurd.

Und ehrlich gesagt: Das Selbstmitleid der SPD ist mittlerweile unerträglich. Politik hat auch etwas mit Wettbewerb zu tun, aber die Sozialdemokraten machen es der Kanzlerin gerade viel zu leicht. Merkels Stärke hat auch etwas mit der Schwäche der Genossen zu tun.

Die SPD macht den Eindruck einer zutiefst verunsicherten und mutlosen Partei. Sollte sie tatsächlich auf einen eigenen Kandidaten verzichten wollen, muss sie sich die Frage gefallen lassen, wozu es sie eigentlich noch gibt. Hinzu kommt, dass die SPD mit Sigmar Gabriel einen Vorsitzenden hat, der angeschlagen und vor allem in den eigenen Reihen immer mehr in die Kritik gerät.

In diesem Zustand kann die SPD kein Land regieren. Und sie kann auch keine Konflikte managen wie die Ukraine-Krise und das Euro-Drama. Gabriel und der Außenminister Frank-Walter Steinmeier haben das zwar ganz gut gemacht, aber es ist etwas anderes, ob man als Koalitionspartner oder regierende Partei in der Verantwortung ist. Das spürt der Wähler. Kaum einer glaubt mehr an die SPD, nicht einmal mehr die SPD selbst.

Die Partei braucht also einen Neustart. Sie muss sich zusammenraufen, sie muss Mut zeigen. Und sie muss aufhören, so depressiv und schwächlich vor sich hin zu existieren.

Denn der Kampf gegen Merkel ist nicht automatisch verloren. Die Kanzlerin ist nicht unverwundbar - vielmehr ist es ein Wunder, dass sie so unbeschadet durch ihre Amtszeit kam. Die NSA-Affäre ist ein Skandal, der Umgang mit den Flüchtlingen ebenso und die Nicht-Öffnung der Ehe für Homosexuelle. Außerdem drohen den deutschen Steuerzahlern in der Griechenlandkrise Milliardenverluste.

Zugegeben, es ist lange her, dass die SPD gezeigt hat, dass sie das Zeug besitzt, einen Kanzler zu stellen.1999 trauten ihr das in Umfragen noch 46 Prozent der Deutschen zu. Weit mehr, als sich jetzt für Merkel aussprechen. Dort muss die Partei wieder hin. Das geht nicht mit Angsthasen-Politik, sondern nur mit Selbstbewusstsein. Und daran fehlt es der Partei derzeit am meisten.


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