POLITIK
02/08/2015 15:25 CEST | Aktualisiert 02/08/2015 15:40 CEST

Griechenland will 24 Milliarden Euro Soforthilfe

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Griechenland sucht neue Milliarden-Hilfen

Griechenland will frisches Geld für seine Banken und um Schulden an die Europäische Zentralbank zurückzuzahlen. Bei internationalen Kreditgebern will sich das Land dafür 24 Milliarden Euro leihen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Der Hintergrund für die Aktion: Derzeit verhandelt Griechenland auch mit der Europäischen Kommission und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über ein neues Hilfspaket in Höhe von 86 Milliarden Euro. Das Problem ist derzeit aber, dass der IWF kein weiteres Geld geben will, bis es zu einem Schuldenschnitt für Griechenland gekommen ist. Den aber lehnt Deutschland kategorisch ab. Griechenland so scheint es jetzt, will sich nicht auf die EU und den IWF verlassen.

Denn wie die griechische Zeitung "Ekathimerini" schreibt, steht der schwierigste Teil der Verhandlungen zwischen Griechenland, den Euroländern und dem IWF noch bevor. In den nächsten Tagen soll unter anderem über Steuersenkungen, Privatisierungen und Strukturreformen des Arbeitsmarktes beraten werden. Bis zum 11. August soll dann ein Abkommen stehen, das beim Treffen der Eurogruppe am selben Tag zur Abstimmung steht. Stimmen die Vertreter der Euro-Länder dem Hilfspaket zu, müssen dieses unter anderem noch die Parlamente in Athen und Berlin absegnen.

Allerdings braucht Athen schon bis zum 20. August frisches Geld, um Kredite an die Europäische Zentralbank zurückzahlen zu können. Geschieht das nicht, könnten die Kreditgeber das Land für insolvent erklären. Um das zu verhindern, versucht sich Griechenland wohl derzeit das Geld woanders zu leihen. Die Frage bleibt, wer Griechenland aktuell überhaupt noch so viel Geld leiht.

Auch dass dass neue Hilfspaket im griechischen Parlament die Zustimmung bekommt, ist alles andere als sicher. Seit Tagen ruft Premier Alexis Tsipras die Mitglieder Syriza-Partei zu Geschlossenheit auf. Denn immer mehr von ihnen stellen sich gegen den Kurs des Premiers. Erst vergangene Woche konnte Tsipras eine partei-interne Abstimmung über weitere Reformen verhindern. Für September ist nun ein Parteitag geplant, der über den Reformkurs entscheiden soll.


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