Diese Bilder sollte jeder kennen, der über Flüchtlinge schimpft

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FLCHTLINGE
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Immer wieder hört man Deutsche über einen vermeintlichen Flüchtlingsstrom stöhnen, der ihr Land überflutet. Nachrichten über Proteste vor Flüchtlings-Einrichtungen und über gewaltsame Übergriffe auf Asylsuchende erreichen uns beinahe täglich. Statt zu jammern und zu protestieren, sollten die Fremdenfeinde einen Blick auf die jüngere deutsche Geschichte werfen.

Denn es ist nur etwa 25 Jahre her, da waren viele Deutsche selber Flüchtlinge. Im Sommer 1989 flohen mehrere Tausend Ostdeutsche vor Unfreiheit und Mangelwirtschaft in der DDR. Daran erinnert Mathias Richel, Kreativdirektor in einer Kommunikationsagentur, der dieses Foto auf Facebook und Twitter teilte:

Zwischen August und Oktober 1989 flüchteten etwa 4000 DDR-Bürger in die Botschaft der Bundesrepublik in Prag. Vom Prager Bahnhof aus gelangten sie über die Moldau zum Gelände der Ständigen Vertretung.

Sie kletterten über Zäune oder drängten sich durch das Tor. Auf dem Gelände der Botschaft wurde ein Zeltlager errichtet. Mehrere Wochen harrten die Flüchtlinge auf dem Gelände aus. Die sanitären Bedingungen waren schlecht, mehrmals kam es unter den deutschen Flüchtlingen zu handgreiflichen Auseinandersetzungen.

Nach mehreren Wochen, am 30. September, verkündete Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, dass die Ausreise der DDR-Bürger in die BRD bewilligt worden sei.

Auch in Budapest bot sich im Sommer 1989 ein ähnliches Bild. 36.000 Urlauber harrten über mehrere Wochen in einem von den Maltesern aufgebauten Zeltlager in der ungarischen Hauptstadt aus, um ihre Ausreise zu erzwingen. Am 10. September wird auch ihnen die Ausreise in Richtung Westen gestattet.

Vielleicht ist es für unser friedliches Zusammenleben förderlich, wenn wir uns darüber klar werden, dass vor nicht allzu langer Zeit auch heutige Bundesbürger alles zurückgelassen haben, um in ein besseres Leben zu fliehen - und Hilfe bekamen.


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