Top-Manager warnt: Die Generation Y gefährdet ihre eigene Zukunft

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Chef der Baywa AG: "Jungen Menschen könnte die eigene Selbstzufriedenheit noch auf die Füße fallen" | Thinkstock
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Klaus Josef Lutz ist hautnah dran an den Entwicklungen der Arbeitswelt. Er bekommt mit, wie sich Bewerber verändern. Der 57-Jährige ist Chef der Baywa AG, einem der größten Obsthändler der Welt. Jahresumsatz: 15,2 Milliarden Euro. 17.000 Mitarbeiter. Hauptsitz: München.

Lutz hat, vorsichtig ausgedrückt, ein paar Probleme mit der Einstellung mancher junger Menschen. "'Generation Y' ist ein Reizwort für mich", sagte er im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung". Damit geht es ihm so wie vielen Managern.

"Offensichtlich gibt es heute viele 20- bis 30-Jährige, denen es vor allem auf Freude und Selbstverwirklichung ankommt, die nichts von Hierarchien und stattdessen eine gewisse Lebensqualität für garantiert halten", klagt Lutz. Aber gerade am Beginn einer Karriere ist das eher kontraproduktiv.

Zum Problem wird das, wenn diese Menschen in Unternehmen arbeiten, die sich international bewähren müssen. Denn dann stünde die GenY "plötzlich im Konkurrenzkampf mit hochausgebildeten jungen Menschen aus Asien, Afrika und Osteuropa". Diese fragten nicht zuerst nach Selbstverwirklichung und Dienstwagen, sagt Lutz. Denn diese Menschen treibt vor allem eins an: ein unbedingter Wille zum Aufstieg.

Weiter sagte er: "Unseren jungen Leuten müssen wir klarmachen, dass sie an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen müssen. Ich fürchte, ihnen könnte die eigene Selbstzufriedenheit noch auf die Füße fallen." Mit anderen Worten: Die Generation Y gefährdet ihre eigene Zukunft.

Allerdings haben Manager keine andere Wahl: Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften steigt, immer mehr Stellen müssen aus Mangel an passendem Personal unbesetzt bleiben.

Und damit steigen auch - völlig zu Recht - die Ansprüche der Bewerber.

Dennoch: Auch der Ex-Deutschland-Chef der Unternehmensberatung McKinsey kritisierte kürzlich in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", dass die junge Generation einen ausgeprägten Hang zur Bequemlichkeit entwickelt habe.

Er beobachte, wie sich die junge Generation "in der Komfortzone" einrichte, ohne nennenswerten Ehrgeiz, ohne gesteigerte Leistungsbereitschaft, zitiert die Zeitung den 73-Jährigen. Henzler geht noch weiter: Deutschland habe sich auf den Weg von einer Industrie- in eine Freizeitgesellschaft gemacht.

Das ist gefährlich. Denn die meisten Branchen stehen vor dramatischen Veränderungen: Die Autoindustrie, die Medienwelt, Banken, Handelsunternehmen: In keinem Unternehmen der größten Branchen bleibt ein Stein auf dem anderen. Die eigentlichen, durch die Digitalisierung und Automatisierung getriebenen Veränderungen, stehen erst noch bevor. Es wird massenhaft Umstrukturierungen geben, Firmen werden vom Markt verschwinden.

Bequemlichkeit hat in dieser Zukunft keinen Platz.


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