POLITIK
13/07/2015 07:45 CEST | Aktualisiert 19/01/2016 11:09 CET

Griechenlandkrise: Ökonom Krugman nennt Eurogruppen-Forderungen "verrückt"

dpa

Paul Krugman ist einer der renommiertesten Ökonomen der Welt. Der Nobelpreisträger lehrt an der prestigeträchtigen Princeton-University - und ist beim Thema Griechenland bekannt für seine scharfen Attacken auf die Eurogrupe.

In einem Kommentar in der "New York Times" hat Krugman am Montag wieder einmal die Verbalkeule geschwungen - und die harte Haltung der EU heftig kritisiert. Die Liste der Forderungen der Eurogruppe nennt er "verrückt".

"Die Griechen haben es nicht verbockt"

"Das europäische Projekt - ein Projekt, das ich immer gelobt und unterstützt habe - hat gerade einen furchtbaren, vielleicht sogar tödlichen Schlag erlitten. Und was immer man von (der griechischen Regierungspartei) Syriza oder Griechenland hält - die Griechen haben es nicht verbockt", schreibt Krugman.

Laut Krugman liegt der Hashtag #thisisacoup, der am Montagfrüh bei Twitter hunderttausendfach verbreitet wurde, genau richtig: Das Vorgehen der Eurogruppe gehe über Strenge hinaus "in schiere Rachsucht, in kompletter Zerstörung nationaler Souveränität, ohne Hoffnung auf Abhilfe".

"Grotesker Verrat"

Krugman weiter: "Es ist vermutlich als Angebot gedacht, das Griechenland nicht annehmen kann - nichtsdestotrotz ist es ein grotesker Verrat an allem, wofür das europäische Projekt eigentlich stehen sollte".

"Auf eine Art ist die Wirtschaft dabei fast zweitrangig. Aber lasst uns darüber im Klaren sein: In den vergangenen Wochen haben wir gelernt, dass Mitglied der Eurozone zu sein bedeutet, dass die Gläubiger deine Wirtschaft vernichten können, wenn Du aus der Reihe tanzt", schreibt der Wirtschaftsexperte weiter.

Mit Material von dpa

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