POLITIK
10/07/2015 10:07 CEST | Aktualisiert 10/07/2015 10:26 CEST

Hassan Yahya rettete einer Frau das Leben – nun soll er abgeschoben werden

Screenshot SWR

Nach den Terrorattacken von Paris wurde Lassana Bathily als Held gefeiert. Während der Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt hatte er mehreren Menschen das Leben gerettet. Er versteckte sie.

Es gibt wahrscheinlich keinen Dank, der so einer Tat gerecht werden kann, aber Frankreich bemühte sich – und gab ihm, dem Flüchtling, was er sich schon lange wünschte: die französische Staatsbürgerschaft.

Das ist die gute Geschichte. Jetzt kommt die von Hassan Yahya.

Als ein Mann einer Frau an der Straßenbahnhaltestelle in Freiburg ein Springmesser in den Bauch rammte, rannten alle Menschen davon – bis auf Yahya. Er riskierte seine Leben, schlug dem Mann auf den Kehlkopf, trat ihm mit einem Fuß zwischen die Beine und überwältigte ihn.

Auch er war ein Held, für kurze Zeit. Freiburgs Oberbürgermeister bedankte sich ganz offiziell bei ihm.

Deutschland aber gibt dem Mann, der schon dreimal im Gefängnis saß, wohl nicht, was er sich so sehr wünscht wie Lassana Bathily aus Paris. Er, der Flüchtling, soll abgeschoben werden, sobald seine Duldung ausläuft.

Ist das gerecht?

Ein neues Gesetz macht Yahya noch etwas Hoffnung. Bei "nachhaltiger Integration" sollen Flüchtlinge demnach eine Aufenthaltserlaubnis bekommen. Gewöhnlich ist damit zum Beispiel gemeint, dass die Deutschkenntnisse ausreichen – und keine längeren Vorstrafen vorliegen.

Nur: Yahya bekam schon einige Strafen, weil er sich prügelte. Klaute. "Ich wurde hier im Stich gelassen", sagt er, "hatte keine Arbeit. Was sollte ich tun?"

Aber er hat einer Frau wohl das Leben gerettet. Ist das nichts wert?

Es gibt eine Petition, in der Menschen fordern, dass Yahya in Deutschland bleiben darf.


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