WIRTSCHAFT
05/07/2015 11:43 CEST | Aktualisiert 18/01/2016 19:30 CET

Manipulation bei Arbeitszeiten? Frühere Vapiano-Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe

facebook.com/Vapiano

Für die Pizza- und Pastakette könnte die kommende Woche ziemlich ungemütlich werden. Der Grund: Ehemalige Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe gegen ihren früheren Arbeitgeber:

  • In einigen selbst betriebenen Filialen des Unternehmens – darunter in Süddeutschland, Hessen und Berlin – sollen regelmäßig Restaurant- oder Schichtleiter Stempelzeiten zu Lasten der auf Stundenlohn angestellten Mitarbeiter manipuliert haben. Das berichtet die "Welt am Sonntag" ("WamS").

  • Auch die Arbeitsstunden von Auszubildenden sollen demnach nachträglich am Computer verändert worden sein, damit es aussah, als hätten diese nicht mehr gearbeitet als in ihrem Vertrag festgelegt. Tatsächlich sollen die Auszubildenden jedoch teilweise fast doppelt so viel gearbeitet haben.

Durch die angeblichen Manipulationen an den Personalkosten sollen die Manager den Anschuldigungen zufolge den Gewinn der einzelnen Restaurants gesteigert haben. Sechs ehemalige Angestellte sagten per Eidesstattlicher Versicherung aus, die Zeiten entweder selbst abends per Hand am Computer gekürzt oder dies mitbekommen zu haben, berichtet die "WamS".

  • Das Unternehmen spekulierte demnach offenbar darauf, dass den betroffenen Mitarbeitern dies nicht aufgefallen sei: Pro Tag würden meist nur ein paar Minuten heruntergerechnet, über einen Monat hinweg belaufe sich die nicht bezahlte Arbeitszeit oft nur auf ein bis zwei Stunden. Über alle Mitarbeiter eines Restaurants hinweg und mehrere Filialen können jedoch stattliche Beträge zusammenkommen.

Bei Vapiano selbst heißt es dazu, es gebe klare Dienstanweisungen, die genau solche Manipulationen verhindern sollten, berichtet das Blatt. Wenn es in Einzelfällen dazu gekommen sei, habe man in der Zentrale keine Kenntnis davon und toleriere es auch nicht, zitiert das Blatt das Unternehmen.

Trotzdem kündigte das Unternehmen als Reaktion auf die Recherchen an, einen sechsstelligen Eurobetrag in ein neues Zeiterfassungssystem investieren zu wollen. Außerdem solle ein Ombudsmann installiert werden, bei dem Mitarbeiter sich anonym beschweren können sollen. Drittens schließlich habe Vapiano die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC mit einer „konsequenten und rückhaltlosen Untersuchung“ beauftragt.

Das Unternehmen mit Sitz in Bonn erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 385 Millionen Euro. Zu den Eignern gehören die Tchibo-Erben Günter Herz und Daniela Herz-Schnoeckel. Bei deren Investmentgesellschaft Mayfair, die 40 Prozent an Vapiano hält, will sich bislang niemand zum Investment äußern.

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