POLITIK
05/07/2015 10:58 CEST

Blatter: Ex-Präsident Wulff hat bei WM-Vergabe manipuliert

AP

Fifa-Präsident Joseph Blatter wird zur Auslosung der europäischen Qualifikationsgruppen für die Fußball-WM 2018 am 25. Juli in St. Petersburg reisen. Das kündigte der umstrittene Chef des Weltverbandes in der "Welt am Sonntag" an.

Noch viel mehr Zündstoff birgt jedoch eine andere Aussage Blatters im Interview mit der "WamS": Demnach soll Ex-Bundespräsident Christian Wulff zusammen mit dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy Einfluss auf die Wahl Katars als WM-Gastgeber 2022 genommen haben.

"Die Herren Sarkozy und Wulff haben versucht, ihre Wahlmänner zu beeinflussen. Deswegen haben wir jetzt eine WM in Katar. Die, die das entschieden haben, sollen auch die Verantwortung übernehmen", sagte Blatter.

Hat Wulff dem DFB eine Wahlempfehlung gegeben?

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) habe vom ehemaligen Bundespräsidenten Wulff eine Empfehlung bekommen, "dass Deutschland wegen wirtschaftlicher Interessen für Katar stimmt".

Sollten diese Vorwürfe stimmen, könnte das zu einem sportpolitischen Erdbeben führen. Wulff hat den Vorwurf erst einmal zurückgewiesen, berichtet das Blatt. Auch Frankreich hatte sich schon im vorigen Mai gegen Blatters Behauptung verwahrt.

"Der Kommandant bleibt beim Gefecht im Kommandoposten"

Im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen in den USA und der Schweiz sowie der Festnahme von Fußball-Funktionären vor dem letzten FIFA-Kongress unterstrich Blatter, er persönlich habe nichts zu befürchten. Auf eine Reise zur Frauen-WM in Kanada hatte er jedoch verzichtet. "Solange nicht alles abgeklärt ist, werde ich kein Reise-Risiko eingehen", betonte Blatter. Er werde zudem in der FIFA-Zentrale in Zürich gebraucht. "Der Kommandant bleibt beim Gefecht im Kommandoposten", unterstrich er.

Blatter war Ende Mai für eine fünfte Amtszeit als FIFA-Präsident wiedergewählt worden, hatte wenige Tage später aber seinen Rücktritt angekündigt. Am 20. Juli wird das FIFA-Exekutivkomitee einen Termin für einen außerordentlichen Kongress festlegen, auf dem ein Nachfolger gewählt werden soll. Blatter hatte zuletzt Raum für Spekulationen über eine erneute Bewerbung für das Amt gelassen, allerdings auch erklärt, eine erneute Kandidatur Ende des Jahres sei nicht in seinem Sinne.

Mit Material von dpa

Hier geht es zurück zur Startseite

Video:Uefa droht dem Weltfußballverband: WM-Boykott? Fifa-Experte erklärt drastische Mittel im Kampf gegen Sepp Blatter

Lesen Sie auch:


Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Gesponsert von Knappschaft