POLITIK
04/07/2015 16:48 CEST | Aktualisiert 04/07/2015 16:59 CEST

Machtkampf in der AfD: Der eine Satz, für den Lucke auf dem AfD-Parteitag in Buh-Rufen unterging

dpa

Wer gewinnt in der AfD die Oberhand, der Lucke-Flügel oder die Rechten, die Frauke Petry auf den Schild heben wollen? Beide Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber. Welche Gruppe größer ist, das ist schwer zu sagen. Die Petry-Anhänger sind auf jeden Fall lauter.

Zumindest auf dem Parteitag in Essen. Lucke hat während einer Rede die Bezeichnung Pegida-Partei für die Alternative für Deutschland abgelehnt und damit heftige Reaktionen hervorgerufen.

Er wurde von Buhrufen und Pfiffen unterbrochen. Die Parteitagsregie musste die Mitglieder mehrfach auffordern, Lucke weiterreden zu lassen und auf Pfiffe zu verzichten. Schon bei seiner Begrüßungsrede wurde er mehrmals gestört.

Lucke hatte mit seiner Äußerung auf Vorredner reagiert. "Das haben wir nie irgendwo beschlossen", sagte der Vorsitzende zum Begriff Pegida-Partei.

Pegida ist die Kurzform der islamkritischen Bewegung "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". Marcus Pretzell, Sprecher der AfD in Nordrhein-Westfalen, hatte die AfD als Anti-Euro- und Pegida-Partei bezeichnet.

Sind die heftigen Reaktionen ein Hinweis auf das Ergebnis im Machtkampf? "Das heißt aber nicht unbedingt, dass die Anhänger von Frau Petry zahlreicher sind, vielleicht sind sie auch einfach nur lauter", sagte der Vorsitzende der Bayern-AfD, Andre Wächter.

Einen möglichen Hinweis auf Petrys Chancen bei der anstehenden Wahl der neuen Parteispitze lieferte eine Abstimmung am Mittag. Mit einer Mehrheit von 61 Prozent beschloss der Parteitag, die von Lucke ausdrücklich gewünschte Wahl eines Generalsekretärs von der Tagesordnung zu nehmen.

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