POLITIK
03/07/2015 07:33 CEST | Aktualisiert 03/07/2015 08:22 CEST

Wie Schäuble an der Griechen-Pleite verdient

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Als Griechenland in der Nacht zum 1. Juli seine milliardenschweren Schulden nicht zurückzahlen konnte, hat man im Bundesfinanzministerium gewusst: Das ist auch eine gute Nachricht.

Denn: Die gescheiterten Verhandlungen über das zweite Griechenland-Paket verhelfen Deutschland zu unerwarteten Mehreinnahmen. Nach einem Bericht des "Focus" kann Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eine bislang für Griechenland verplante Milliarde Euro zusätzlich verbuchen.

Es handelt sich dabei um Zinsgewinne der Deutschen Bundesbank mit griechischen Staatsanleihen, die im Rahmen des zweiten Hilfsprogramms aus dem Bundeshaushalt über ein Sammelkonto des Euro-Rettungsfonds ESM nach Athen überwiesen werden sollten.

Da Griechenland seine mit den Geldgebern getroffenen Vereinbarungen nicht erfüllt hat, wurden die für das Hilfsprogramm vorgesehenen Zinsgewinne aller Euro-Notenbanken aus 2014 und 2015 zunächst eingefroren.

Seit dem 1. Juli ist der Anspruch Griechenlands auf die Zinsgewinne verfallen. Der Sprecher des Euro-Rettungsschirms ESM, Wolfgang Proissl, bestätigte auf "Focus"-Anfrage: „Im Moment liegen die einfach weiter auf unserem Konto.“ Für 2014 handele es sich dabei um 1,85 Milliarden Euro, für 2015 um 1,5 Milliarden.

Dem Bericht zufolge will Schäuble den deutschen Anteil des Jahres 2014 in Höhe von 532 Millionen Euro in den nächsten Wochen zurückfordern. Den eigentlich zum 1. Juli fälligen Betrag für 2015 in Höhe von 412 Millionen Euro hatte das Bundesfinanzministerium gar nicht erst überwiesen, nachdem die griechische Regierung aus dem Programm ausgestiegen war.

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