POLITIK
02/07/2015 07:09 CEST | Aktualisiert 02/07/2015 12:00 CEST

Wikileaks-Protokolle: Merkel sah Griechen-Probleme schon 2011 kommen

Die Griechenlandkrise nimmt kein Ende. Seit fünf Jahren schon beschäftigt das marode Land die internationalen Geldgeber und den Euroraum nun. Angela Merkel scheint das Drama ohne Ende schon 2011 vorhergesehen zu haben.

Das geht aus den Dokumenten hervor, die die Enthüllungsplattform Wikileaks am Mittwochabend veröffentlichte. Die Dokumente, die auf Abhörprotokollen der NSA basieren, sind Online auf der Plattform Wikileaks einsehbar. Auch über Merkels Haltung in der Griechenland-Krise geben die Protokolle Aufschluss. Schon Mitte Oktober 2011 stand die Griechenrettung auf der Agenda der Kanzlerin. Auf einer Reise nach Vietnam telefonierte sie mit einem "persönlichen Assistenten" über die Krise. Damals sagte sie, laut dem Protokoll:

"Angela Merkel erzählte ihrem Assistenten, dass sie unsicher sei, wie sich die Krise in Griechenland am besten lösen lasse. Ob über einen Schuldenschnitt oder eine Transferunion." Selbst bei einem Schuldenschnitt, so steht es weiter in dem Dokument, glaubte Merkel nicht, dass Griechenland mit seiner Schuldenlast fertig werden würde. Außerdem bezweifelte sie, dass es helfen würde, Finanzexperten nach Griechenland zu schicken, um die Finanzkrise dort unter Kontrolle zu bringen.

Mit beiden Einschätzungen hat sie Recht behalten. Schäuble, so zeigen die Abhörprotokolle, war damals für einen Schuldenschnitt. Den bekam er dann auch. Die Banken verzichteten auf die Hälfte ihrer Forderungen. Gebracht hat es nichts. Die Griechenland-Politik der Geldgeber (die Eurostaaten, die Europäische Zentralbank und der IWF) ist gescheitert. Das Land steht endgültig vor der Pleite.

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