POLITIK
02/07/2015 10:55 CEST | Aktualisiert 02/07/2015 10:59 CEST

Schule warnt vor Flüchtlingen: "Könnten Kleidung und Blicke junger Mädchen falsch deuten"

Thinkstock

Geht das schon wieder los. Erst vor wenigen Tagen schrieb die Schulleitung eines Gymnasiums im beschaulichen Pocking nahe dem bayerischen Passau einen Brief an die Eltern, in dem sie empfahl:

"Da unsere Schule in direkter Nachbarschaft (der Flüchtlingsunterkunft) ist, sollte eine zurückhaltende Alltagskleidung angemessen sein, um Diskrepanzen zu vermeiden." Der Grund: Die Einwanderer seien Muslime und "von ihrer eigenen Kultur geprägt".

Weiter hieß es: "Durchsichtige Tops oder Blusen, kurze Shorts oder Miniröcke könnten zu Missverständnissen führen."

Ein riesiger Aufreger.

Jetzt kommt ein Schulleiter aus Potsdam mit einer ähnlichen Maßnahme daher. Er berichtete der "Bild"-Zeitung entschlossen und offenherzig:

"Ich habe die Schüler belehren lassen, dass sie im Umgang mit Asylbewerbern bestimmte Verhaltens-regeln einhalten sollten. Offenherzige Kleidung wie sehr kurze Röcke oder Hosen könnten missverstanden werden. Unter den Asylbewerbern sind 30 Alleinreisende, meist Männer. Sie könnten Kleidung und Blicke junger Mädchen falsch deuten..."

Wieder einer, der nicht auf die Idee kommt, dass die Flüchtlinge als Muslime eine andere Kultur, andere Kleidung, andere Menschen sehr wohl tolerieren können.

Sicher können westliche Gewohnheiten gewöhnungsbedürftig sein. Man könnte aber einfach mal mit den Flüchtlingen darüber reden.

Politik: Ein bewegendes Video zeigt, was Flüchtlinge wirklich denken

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