WDR-Posse: Mitarbeiter enthüllen brisante Details aus Senderplanungen

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BUHROW
dpa
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Es gab Zeiten, da galten die öffentlich-rechtlichen Sender als unantastbar. Heutzutage werden das allenfalls noch ältere Fernsehzuschauer unterschreiben. Beim jüngeren TV-Publikum ist die Sonderstellung von ARD, ZDF und ihren Spartensendern dagegen längst hoch umstritten.

Es gibt immer mehr Stimmen, die die Abschaffung des Rundfunkbeitrags fordern.

Kritiker bemängeln, dass der Programmauftrag, dem die Sendeanstalten unterliegen, dass Qualität und Information zusehends auf der Strecke bleiben – und stattdessen der Sendeplan von Entertainment überschwemmt wird.

Bislang haben sich Verantwortliche und Angehörige der Öffentlich-Rechtlichen immer vehement gegen solche Anschuldigungen gewehrt. Beim WDR gehen jetzt offenbar aber schon die Mitarbeiter gegen die Pläne des eigenen Senders auf die Barrikaden.

Wie der Branchendienst Meedia berichtet, haben WDR-Mitarbeiter anscheinend unter einem anonymen Twitter-Account interne Informationen zu Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen veröffentlichet.

Sogar vertrauliche Unterlagen aus der Chefetage gelangten auf diesem Weg in die Öffentlichkeit.

Besonders pikant: Die Enthüllungen werden begleitet von spürbarer Kritik an den Richtungsentscheidungen.

Hintergrund ist ein massiver Sparkurs, den der WDR seit geraumer Zeit vorantreibt. Dazu hatten in der Vergangenheit bereits Intendant Tom Buhrow als auch Programmdirektor Jörg Schönenborn entsprechende Pläne präsentiert.

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Jetzt müssen sich die beiden WDR-Macher sogar Kritik aus den eigenen Reihen erwehren.

Konkret geht es um die Redaktion Programmgruppe. Unter dem Twitter-Account WDR Leaks beklagen Mitarbeiter einige Rationalisierungsmaßnahmen. Im Wortlaut heißt es:

Kurz gesagt: Damit offenbaren die eigenen Mitarbeiter, dass der WDR trotz des Rundfunkbeitrags nicht mehr die Sendequalität sicherstellen kann, die ihn einmal ausgezeichnet hat.

Was die Frage aufwirft, ob der Rundfunkbeitrag überhaupt noch gerechtfertigt ist, wenn noch nicht einmal die Mitarbeiter des größten Regionalsenders im Lande an seine Sendequalität glauben.

Die Posse, die der WDR und seine Mitarbeiter dort öffentlich austragen, wird die Debatte um eine Abschaffung des Rundfunkbeitrags derweil wahrscheinlich noch einmal zusätzlich anheizen.


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