WIRTSCHAFT
01/07/2015 18:07 CEST | Aktualisiert 01/07/2015 18:08 CEST

Wie Hersteller die Kunden mit Luftpackungen abzocken

Laut dem Statistischen Bundesamt verursacht jeder Deutsche 617 Kilogramm an Haushalts- und Verpackungsmüll im Jahr. Das ist mehr als der EU-Durchschnitt. Doch Müll zu vermeiden ist gar nicht so einfach, vor allem wenn die Hersteller es einem mit unnützen Luft-Verpackungen schwer machen.

Dass verpackte Fertiglebensmittel und Drogerieartikel häufig mehr Luft enthalten als vom Gesetzgeber zugelassen, hat eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg ergeben. Zwei Drittel, der mit Röntgenstrahlen durchleuchteten Produkte überschritten in der Untersuchung die Richtwerte.

Ihr habt uns Luftpackungen geschickt. Dafür vielen Dank! Wir haben die Luftnummern geröntgt und siehe da: Der...

Posted by Verbraucherzentrale Hamburg on Dienstag, 30. Juni 2015

Erlaubt sind 30 Prozent Luftanteil. Doch 15 der 24 geröntgten Verpackungen haben diese Grenze überschritten. Sieben Produkte überschritten sogar Werte von mehr als 50 Prozent. Besonders erschreckend: Den Spitzenplatz nimmt ein Bio-Produkt ein. Das "Bio-Hagenbutten-Pulver“ der Dr. Groß GmbH überschritt mit einem Luftanteil von 68 Prozent die gesetzlichen Vorgaben bei Weitem.

Eine Rechtfertigung für die Luftverpackungen gibt es nicht. Die Verbraucherzentrale meint deshalb: "Verpackungen von Fertiglebensmitteln und Drogerieartikeln sollten nach unserer Auffassung grundsätzlich voll befüllt sein und nur im technisch bedingten Ausnahmefall maximal 30 Prozent Luft aufweisen." Dass es auch anders geht, beweisen viele Vergleichsprodukte der Untersuchung.

Oops, da fehlt doch was im Knäckebrot Karton. Leider nicht! Mut zur Lücke, dachte sich Edeka wohl, als es um die Bestü...

Posted by Verbraucherzentrale Hamburg on Donnerstag, 19. Juni 2014

Durch die unnötigen Verpackungen wird nicht nur vermeidbarer Müll produziert - der Transport der Lebensmittel ist auch weniger effizient. Die Verbraucherzentrale rät, sich die Produkte genauer anzusehen. Denn oft sind sie mit Luft vollgepumpt, um ein prall gefülltes Produkt zu suggerieren. Andere enthalten mehr Verpackung als Inhalt, wie es bei Pralinen oft der Fall ist. Und mit Sichtfenstern suggerieren die Hersteller nur scheinbar Transparenz.

Hier geht es zurück zur Startseite

Lesen Sie auch:


Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Video: “ou Supermarkt”: Der erste Supermarkt ohne Verpackungen in Deutschland hat in Berlin eröffnet

Gesponsert von Western Digital