POLITIK
24/06/2015 21:50 CEST | Aktualisiert 25/06/2015 09:12 CEST

Sarah Wiener: „Sojamilch ist so künstlich wie Cola"

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Sarah Wiener: „Sojamilch ist so künstlich wie Cola"

Sarah Wiener ist unverdächtig. Unverdächtig, den Genuss über die Moral zu stellen. Unverdächtig, den leichten Weg zu gehen.

Die österreichische Köchin sagt, dass sie immer schon wenig Fleisch aß, eine Zeit lang sogar auf alles Tierische verzichtete. Sie arbeitet nach dem Motto:

„Wir kochen so, dass Vernunft und Wohlbefinden an aller erster Stelle stehen. Wo unsere Produkte herkommen, wie sie verarbeitet werden und welchen Einfluss sie auf uns und unsere Umwelt haben, ist uns eine Herzensangelegenheit. Wir verarbeiten erstklassige Zutaten aus saisonalem und regionalem Anbau und Fleisch und Fisch aus artgerechter Zucht.“

Und genau deswegen, nicht trotzdem schreibt sie im Magazin „Enorm“:

„Vegan ist auch keine Lösung“. Denn die vegane Industrie produziere genau so falsch wie das Fleischsystem.

Was Wiener da schreibt, ist eine Abrechnung. Eine Abrechnung mit jenen Veganern, die glauben, allein mit dem Verzicht auf Tierisches hätten sie die moralische Überlegenheit gegenüber Fleischessern mit Löffeln gefressen.

Vegan ist noch lange nicht verantwortungsbewusst

So mancher Veganer, schreibt Wiener, „lässt zwar keine Tiere melken, schreddern oder schlachten. Aber durch seinen Verzicht verbessert er auch nichts an den üblen Verhältnissen in der Nahrungsmittelproduktion.“

Denn veganes Leben an sich fördere weder anständige Tierhaltung noch biologische oder regionale Produktion, sondern könne ebenso Klima und Umwelt schaden. Stichwort: „Kunstprodukte“. Darunter fallen für Wiener nicht nur Soja-Nachbauten vom traditionellen Truthahn-Braten, sondern schon die Sojamilch. „Kochen und drücken Sie Sojabohnen einmal aus – die Brühe ist kaum trinkbar“, schreibt sie. „Die Sojamilch, die heute in jedem Supermarkt steht, ist ein hochverarbeitetes Industrie-Produkt – und in etwa so künstlich wie eine Cola.“

Da kann man nur noch Danke sagen. Danke an Sarah Wiener, dass sie in der Debatte Fleischesser versus Veganer, die in der Wortwahl manchmal eher an Religionskriege denn eine zivilisierte Auseinandersetzung erinnert, einfach das tut, was ein verantwortungsbewusster, aufgeklärter Mensch eigentlich tun sollte: argumentieren statt missionieren.

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