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"Die Partei" bringt Studenten der Uni Mainz mit provokantem Wahlplakat gegen sich auf

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Hochschulwahlen sind meist eine ziemlich trostlose Angelegenheit: Die Wahlbeteiligung ist in der Regel unterirdisch. Die Studenten lassen sich, wenn überhaupt, nur an die Wahlurne locken, wenn die Hochschulvertretung für jedes Prozent Wahlbeteiligung ein paar Freibier springen lässt. Und am Ende gewinnen immer die Jusos.

Bei den Wahlen zum Studentenparlament an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat die der Spaßpartei "Die Partei" nahestehende "Die Liste" zwei Sitze gewonnen und dabei einen Skandal verursacht.

Grund dafür sind zwei umstrittene Wahlplakate der Gruppierung, die in den sozialen Medien verbreitet wurden:

Dieses Bild zeigt SPD-Chef Sigmar Gabriel im Stile des bis heute indizierten NS-Propagandafilms "Der ewige Jude".

Das zweite Plakat zeigte eine Collage von Köpfen der Jungen Liberalen. Nachempfunden ist es einer Titelseite des antisemitischen Hetzblattes "Der Stürmer".

Es droht ein juristisches Nachspiel

Auf "Die Liste" könnte demnächst juristischer Ärger zukommen: Sowohl die Hochschule als auch die Junge Union und die Jungen Liberalen haben angekündigt, Strafanzeige zu erstatten.

"Purer Antisemitismus"

Empört zeigte sich auch Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden. Die "Bild-Zeitung" zitiert ihn folgendermaßen: "Hier werden auf übelste Weise alte judenfeindliche Plakate aus der Nazi-Zeit in abgewandelter Form wieder verwendet. Purer Antisemitismus.“

Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte "Die Liste" bereits in der vergangenen Woche ein Statement, in dem die Hochschulgruppe alle antisemitischen Vorwürfe vehement zurückwies und sich gleichzeitig bei all denjenigen entschuldigte, die sich durch die Plakate verletzt gefühlt hatten.

Doch ganz im Stile der Mutterorganisation "Die Partei" finden sich in der Erklärung auch folgende Zeilen:

"Ob man es uns glaubt, oder nicht, erfreut haben wir in den letzten 48 Stunden festgestellt, dass die Sensibilität unserer Landsleute gegenüber Antisemitismus berechtigterweise stark ausgeprägt ist. Daher sind wir frohen Mutes, dass eine Regierung, welche mit den Todfeinden Israels Waffengeschäfte abschließt, schon bei nächster Gelegenheit abgewählt wird."

"Die Partei"-Chef Martin Sonneborn hat zu den Posts seine ganz eigene Meinung ...

sonneborn

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