POLITIK
05/06/2015 22:30 CEST | Aktualisiert 05/06/2015 23:36 CEST

5 Dinge, die Sie über Deutschlands Abiturienten garantiert noch nicht wussten

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5 Dinge, die Sie über Deutschlands Abiturienten garantiert noch nicht wussten

Dass Abiturnoten in Deutschland stark schwanken, gilt als Binsenweisheit. In Bayern fallen die Abinoten eher schlechter aus, weil die Lehrpläne anspruchsvoller sind; in Hamburg besser, weil dort die leistungsskeptische SPD regiert. Soweit das Klischee.

Was es mit diesem Klischee wirklich auf sich hat, haben Redakteure des "Spiegel" jetzt untersucht. Dafür werteten sie Tausende Schuldaten aus dem gesamten Bundesgebiet der vergangenen Jahre aus.

Das sind die fünf interessantesten Erkenntnisse, die die Redakteure in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel" präsentieren:

1. 2013 schlossen in Thüringen 38 Prozent aller Gymnasiasten mit einem Einser-Abitur ab. Beim Nachbarn Niedersachsen gelang das nur 16 Prozent der Schüler.

2. Ähnlich gravierende Unterschiede gibt es am unteren Ende. In Rheinland-Pfalz schafften nur rund ein Prozent der Kandidaten das Abi nicht, in Mecklenburg-Vorpommern fielen immerhin mehr als fünf Prozent der Schüler durch.

3. Die deutschen Abiturienten werden klüger ... könnte man meinen. Fast in ganz Deutschland haben sich die Abinoten im Schnitt in den vergangenen Jahren verbessert. Ein besonders krasses Beispiel ist Berlin: Dort war der Anteil der Einser-Schüler 2013 sogar fast doppelt so hoch wie 2006. Das Phänomen ist bekannt. Allerdings bedeutet die Inflation der Traumnoten de facto nichts Gutes. Unter anderem wurden vielerorts die Notendefinitionen geändert, um zu solchen Ergebnissen zu kommen.

4. Topp in Deutschland sind dabei die Abiturienten in Thüringen. Sie beendeten das Gymnasium im Jahr 2013 im Mittel mit einem Notenschnitt 2,17. Schlusslicht Niedersachen schaffte 2,61. Nur eine halbe Note Unterschied also.

5. Und die bayerischen Abiturienten? Sie liegen nach Thüringen nur auf Platz 2 in Deutschland. Ihr Schnitt im Schnitt: 2,35. Aber angeblich sollen dort ja die Schulen auch am schwierigsten sein ...

Wer übrigens mutmaßt, ein Zentralabitur könnte alle Probleme lösen, der sei gewarnt: Forscher haben Hinweise gesammelt, denenzufolge das Niveau im Abitur in NRW und Hamburg sank, als einheitliche Aufgaben eingeführt wurden. Schon bloßes Lesenkönnen der Vorlagen soll die Abiturienten ziemlich weit gebracht haben. So leichte Aufgaben wiederum ruinieren nicht nur das Niveau, sondern schaden unter Umständen auch den guten Schülern: Nicht nur, dass sie ihr Wissen nicht beweisen können, sie lassen sich Experten zufolge auch irritieren - weil sie nicht davon ausgehen, dass ihnen so einfache Fragen gestellt werden.

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