Diese bekannten Kosmetik-Produkte enthalten krebserregende Stoffe

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Wenn wir Kosmetika benutzen, machen wir uns selten viele Gedanken um die Inhaltsstoffe. Ein Lippenpflegestift ist schnell gekauft, eine kleine Dose Feuchtigkeitscreme ebenso, und einen dieser Artikel hat fast jeder irgendwo in der Tasche.

Doch eine neue Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt, dass wir vielleicht doch genauer hinschauen sollten. Denn viele Kosmetika enthalten Mineralöle, die krebserregend sein können.

Ein komplexes Gemisch aus Kohlenwasserstoffen sorgt dafür, dass Kosmetik länger haltbar ist. Die aromatischen Kohlenwasserstoffe in Kosmetika nennen sich MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons), die gesättigten Kohlenwasserstoffe werden MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) abgekürzt.

Mineralöle in Kosmetik

Diese Mineralöle werden schon seit Jahrzehnten in Kosmetika eingesetzt. Doch MOAH werden mittlerweile kritisch bewertet. Die Europäische Behörde für Lebens­mittel­sicherheit, Efsa, geht davon aus, dass MOAH erbgutver­ändernde und krebs­er­regende Komponenten enthalten.

Wie real diese Gefahr im Alltag ist, hat jetzt die Untersuchung der Warentester gezeigt. In den getesteten Produkten wurden im Falle von MOSH zwar die Mengen-Empfehlung des Dachverbands der europäischen Kosmetikindustrie (Colipa) eingehalten. Doch alle Produkte enthielten zugleich MOAH.

Und das könnte insbesondere bei Produkten, die auf die Haut aufgetragen werden und so in den Körper gelangen, problematisch sein.

Stiftung Warentest untersuchte drei Lippenpflegeprodukte: Labello Lip Butter Vanilla & Macadamia, Carmex Classic und Blistex MedPlus. Dabei enthielt das Blistex-Produkt doppelt soviel MOAH (1,4 von 100Gramm Gewicht) wie die beiden anderen Produkte.

Im Vergleich zu den getesteten Vaseline-Produkten ist diese Konzentration allerdings noch gering. Die Rossmann Isana Vaseline enthält 9,0 Gramm MOAH, wohingegen die geringsten Mengen in Abtei Weiße Vaseline mit 4,8 g und der dm Balea Vaseline mit 4,9 g festgestellt wurden.

Wie gefährlich sind Mineralöle?

Experten geben an, diese Mineralöl-Konzentration sei ungefährlich, da die Substanzen nicht in die tieferen Hautschichten eindrängen. Doch an dieser Sichtweise gibt es Zweifel.

So hat eine Untersuchung von Wissenschaftlern aus der Schweiz ergeben, dass bei stillenden Frauen, die sich mit Vaseline die Brustwarzen eincremen, der Mineralölgehalt in der Muttermilch deutlich ansteigt. Somit liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die Stoffe sehr wohl in die tiefen Hautschichten eindringen.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich mit dem Mineralölgehalt von Kosmetika beschäftigt. Auf Nachfrage von "Spiegel Online" warnte Andreas Luch vom BfR vor Panik, sagte aber auch:

„Aber da es Unsicherheiten in Bezug auf die MOAH gibt und es möglich ist, diese auf Spurengehalte im Endprodukt zu reduzieren, sollte man das auch tun.”

Das empfiehlt die Stiftung Warentest

Stiftung Warentest rät derweil von mineralölhaltiger Lippenpflege ab, da diese direkt in den Mund gelangen könne. Wer ganz sicher gehen wolle, solle mineralölhaltige Kosmetika grundsätzlich meiden. Auf der Verpackung muss Mineralöl angegeben werden, meistens mit den folgenden Begriffen: Cera Microcri­stallina (Microcri­stallina Wax), Ceresin, Mineral Oil, Ozokerite, Paraffin, Paraf­finum Liquidum, Petrolatum.

Alle Ergebnisse der Untersuchung finden Sie hier.

Für Naturkosmetik-Freunde gibt es Entwarnung: In Naturkosmetik darf Mineralöl grundsätzlich nicht eingesetzt werden.

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