Heimat Ostwestfalen-Lippe: 21 Zeichen, dass du ein echter OWLer bist

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HERMANN
dpa
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Du kommst gebürtig aus Ostwestfalen-Lippe oder hast dich mittlerweile dort niedergelassen? Herzlichen Glückwunsch. Dann bist du genau richtig.

Spätestens seit dem vergangenen Wochenende schaut Deutschland wieder nach Bielefeld und Umgebung. Die Arminia ist aufgestiegen in die 2. Liga. Das Comeback im Profifußball - und eine ganze Region feiert.

Dabei hat Ostwestfalen-Lippe, Insider sagen nur OWL, noch viel mehr zu bieten als den Sport. Das Wirtschaftsmagazin „brand eins” hat einmal geschrieben:

„Ostwestfalen-Lippe ist ein deutsches Paralleluniversum, mitten in Deutschland. Nimmt man die Lupe zur Hand und beugt sich über die Landkarte, entdeckt man Felder, Hügel, Wälder und vier kreuzende Autobahnen. Eine Provinzlage, wie sie zentraler kaum sein könnte, in der es von Handwerkern, Maschinen- und Möbelbauern, Wurstfabriken, Textilhäusern, Lebensmittelwerken, Druckereien, Experten aus der Gesundheitsindustrie und Fabrikanten aller Art nur so wimmelt.”

Das wirklich Besondere an der Region sind aber die Menschen, die dort leben. Sie sind bodenständig, grundehrlich aber manchmal eben nicht ganz einfach.

Hier sind 21 Zeichen, dass Du ein echter Ostwestfale bist:

1) Andere werfen dir vor, du seist streitsüchtig.
Dabei hast du einfach Spaß daran, ausschweifend zu diskutieren.

2) Du benutzt das ostwestfälische Perfekt (übrigens das einzig richtige Perfekt).
Du sagst nicht: „Ich habe angefangen.” Du sagst: „Ich bin angefangen.” Auch wenn dir andere dafür schon mal einen Sprachfehler attestieren.

3) Feinkost? Nee. Du magst es richtig deftig.
Du bist der einzige, der bewerten kann, wie gut Steckrübeneintopf, Stippgrütze, Grünkohl mit Pinkel und Pickert mit Rübenkraut schmecken.

4) Zur Not nimmst du dich selbst auf die Schippe.
Wenn die gegnerischen Fans im Stadion singen: „Ostwestfalen Idioten…” singen deine Freunde und du einfach mit. Und zwar noch viel lauter.

5) Mit deiner Sturheit eckst du häufig an.
Manche Menschen finden das vielleicht nervig. Für dich ist es eine Stärke, mit der du dich von allen anderen abhebst. Das verstehen nur Ostwestfalen.

6) Dich stört, dass du aus einer Region kommst, die viele andere in Deutschland unterschätzen.
Die „Welt am Sonntag” schrieb einmal:

„In keiner anderen deutschen Großstadt kämpfen so viele Banken auf so engem Raum um die Gunst der Millionäre wie in Bielefeld.”

OWL, das ist die Heimat von vielen bekannten Unternehmen: Bertelsmann, Oetker, Schüco, Miele, Seidensticker, Gildemeister, Gerry Weber, Storck - nur um mal einige zu nennen. In deiner Heimat, da pulsiert der Mittelstand. Und damit auch der Wohlstand.

7) Du lebst Rivalitäten und Feindschaften offen aus.
Schon wenige Kilometer jenseits der Grenzen Ostwestfalens beginnen sie. Es genügt, wenn du Namen wie „Münster” und „Osnabrück” auf Straßenschildern liest und du wirst zum Stier.

8) Du kannst es nicht mehr hören, wenn jemand deine Heimat im Ruhrgebiet verortet.
Ostwestfalen ist nicht Ruhrgebiet, verdammt nochmal. Wann begreifen das die geographischen Analphabeten aus dem Süden der Republik endlich? Maximal, wirklich maximal liegt es „ganz oben von NRW”.

9) Wenn du in oder um Bielefeld herum wohnst, bist du die ewigen Sprüche über deine Heimatstadt leid.
„Bielefeld, ach das gibt’s wirklich?” Grrrrrr…

10) In deiner Heimat haben heldenhafte Schlachten stattgefunden.
Hermann der Cherusker. Du bist stolz darauf, dass so ein bedeutendes Stück deutscher Geschichte in Ostwestfalen stattgefunden hat.

11) Du findest, dass Ostwestfälisch der klangvollste Dialekt Deutschlands ist.
Pinöckel, Pimpernellen, Pöter, Plürre, Gedöns, „noch ‘n Tucken”, oder „inne Fitzen”. Diese Lautmalerei! Diese starken Konsonanten! Diese Poesie!

12) Du weigerst dich, den Buchstaben „ä” anzuerkennen.
Für dich ist und bleibt das ein billiger Abklatsch vom “e”. Du bist doch nicht demlich.

13) Wenn du andere Leute fragst, wo sie herkommen, sind sie oft entsetzt.
Weil sie partout nicht verstehen, das dein „Und, wo bist du wech?” eigentlich nur herzlich gemeint ist…

14) Du bist feierwütig.
Osterfeuer, Pillerparty, Schützen- und Bockbierfest - du nutzt jede Gelegenheit, dich zu amüsieren.

15) Das mit dem Dativ und Akkusativ hast du noch nicht ganz raus.
Sonst würdest du nicht beharrlich sagen: „Ich fahr jetzt nach Oma…”

16) In deiner Heimat gibt es sonderbare Rituale.
Männer, die auf die 30 zugehen, müssen plötzlich vor dem Rathaus Treppen fegen, wenn sie noch keine Angetraute gefunden haben. Frauen, die mit 25 noch nicht an den Traualtar getreten sind, müssen Klinken per Hand schrubben.

17) Dort, wo du wohnst oder aufgewachsen bist, ist Fußball eine Art zweite Religion. Gefühlt gibt es in jedem 600-Seelen-Dorf einen eigenen Verein. Auch wenn ihre Sportplätze nur wenige hundert Meter Luftlinie auseinander liegen. Eigenständigkeit wird eben groß geschrieben in OWL.

18) Fleisch ist dein Muttermilch-Ersatz.
Mag sein, dass sich deine Vorfahren ein Beispiel an den mächtigen Wurst- und Fleischfabrikanten genommen haben. Reinert, Nölke, Gausepohl und natürlich der Fleisch-Baron Tönnies, der vom beschaulichen Rheda-Wiedenbrück aus mit mächtigen und gefürchteten Staatsführern in aller Welt paktiert. Diese Unternehmer, sie alle haben deiner Heimat den Beinamen „Fettfleck Deutschlands” eingebrockt. Dich persönlich schert das wenig. Hauptsache lecker.

19) Du sagst nicht viel, aber wenn, dann kommt es von Herzen.
In Gesprächen bist du nicht gerade der Lautsprecher. Andere tun das häufig als Langeweile und Überheblichkeit ab. Aber du meldest dich eben nur dann zu Wort, wenn du wirklich etwas zu sagen hast. Aber deine Botschaften, darauf können sich andere verlassen, sind stets ehrlich und direkt.

20) Du lachst nur, wenn es einen Grund dafür gibt.
Albern sein ist nicht so deins. Die Feierstimmung hebst du dir für den Sport auf - oder überlässt sie gleich den Rheinländern.

21) Du bist eine treue Socke.
Du bist so ehrlich, dass du dich sogar in Acht nehmen musst vor anderen, die das womöglich ausnutzen wollen.


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