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Finanzmarkt-Star sagt den Zerfall des Euro voraus - er sei sehr, sehr wahrscheinlich

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Finanzmarkt-Star sagt den Zerfall des Euro voraus - er sei sehr, sehr wahrscheinlich | Getty
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Er gilt als Hellseher, Genie und gnadenloser Finanzmarkt-Analyst. Er sagte den Börsencrash "Black Monday" im Jahr 1987 voraus, er prophezeite der Schweizer Nationalbank, dass sie den Franken nicht dauerhaft an den Euro koppeln könne und er entwickelte die "Pi-Code". Eine Art Finanzformel, mit der sich die Entwicklungen der Volkswirtschaften aufzeigen lassen.

Mit dieser Art Weltformel verdiente Martin Armstrong Millionen. Doch sie wurde ihm auch zum Verhängnis.

Er wurde in einen bis heute nicht aufgeklärten Finanzskandal verwickelt, ihm wurde dabei vorgeworfen, Kunden um mehrere Hunderte Millionen Dollar geprellt zu haben. Ohne jemals verurteilt worden zu sein, wurde Armstrong für 12 Jahre inhaftiert.

Kommt der Zerfall des Euro?

Der 66-jährige ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß und prophezeit in einem Interview mit "Der Welt" nun nicht nur den nächsten großen Börsencrash, sondern auch den Zerfall des Euro.

Nach Armstrong spekulieren etliche große Investoren nach wie vor auf den Zerfall der europäischen Gemeinschaftswährung. Sie würden deutsche Aktien oder Bundesanleihen kaufen, da diese Anlagen im Zweifel in harter D-Mark und nicht in schwächeren Währungen notiert würden. Mit dem Zerfall des Euro wird also auf den Finanzmärkten spekuliert.

"Wahrscheinlichkeit liegt bei 90 Prozent"

Gefragt, wie hoch er selbst die Wahrscheinlichkeit eines Scheitern sehe, legt sich Armstrong fest: "Ich würde sagen, dass das Risiko für den Zerfall bei 90 Prozent liegt."

"Das ganze Projekt ist völlig falsch aufgezogen worden. Damit der Euro eine Chance gegen den Dollar hat, hätte man von Anfang an einen einheitlichen Anleihemarkt schaffen müssen. Die großen Investmentgesellschaften wollen ihre Hunderte Billionen in einheitliche Euro-Staatsanleihen anlegen und nicht in Bundesanleihen oder italienischen Schuldtiteln."

Euro-Zone in einer Rezession

Armstrong zufolge befindet sich zudem die Wirtschaft der Euro-Zone in einer Rezession, auch in den USA sei lediglich eine leichte Erholung nach der großen Finanzkrise von 2008 zu beobachten: "Die Rallye an den Aktienmärkten übertüncht die wirkliche Lage der realen Ökonomie aber nur. Denn alle wollen ihr Geld sichern."

Doch eine wirklich gute Anlagemöglichkeit gebe es nun für niemanden mehr: "Vielleicht wird es in Amerika nach dem Platzen der Staatsanleihenblase noch mal die Möglichkeit geben, nach einem Rücksetzer bei Aktien, einzusteigen. Aber auch dann ist irgendwann Schluss."

Wohin entwickelt sich also die Weltwirtschaft? Nach Armstrongs Modell gibt es dafür nur eine Antwort: "Der große Crash wird kommen. 2017 oder 2018."

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