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Kurkuma: Nur 1 Gramm von diesem Gewürz verbessert Ihr Gedächtnis

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KURKUMA
Dieses Gewürz verbessert ihr Gedächtnis | thinkstock
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Vielen Gewürzen werden schon seit Jahrtausenden besondere Heilkräfte nachgesagt: Ingwer etwa soll bei Übelkeit, Cayennepfeffer bei schädlichen Blutgerinnseln und Kümmel bei Verdauungsproblemen helfen.

Weniger hatten Ernährungswissenschaftler ein Gewürz im Fokus: Kurkuma. Sie sollten vor allem diese drei kennen.

Kurkuma – auch bekannt als Gelbwurz und Turmeric - kommt vor allem in der indischen und ayurvedischen Küche zum Einsatz. Deren Tradition geht mehr als 3000 Jahre zurück. Aber erst im Mittelalter kam das gelbe Gewürz nach Europa.

Und erst in den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler die erstaunlichen Fähigkeiten des Gewürzes entdeckt. Diese drei sollten Sie kennen:

1. Kurkuma verbessert Ihr Gedächtnis

Oder genauer gesagt: Das Arbeitsgedächtnis, ohne das keine Gedanken zustandekämen. Der Mensch benötigt sein Arbeitsgedächtnis beispielsweise, um Information zu speichern, komplexe Aufgaben zu lösen und neues Wissen zu erlernen.

Forscher der Monash University in Australien haben sich in einer umfangreichen Studie im Jahr 2014 der Wirkung von Kurkuma gewidmet. Mit einem spannenden Ergebnis:

Schon ein Gramm Kurkuma täglich reicht aus, um das menschliche Arbeitsgedächtnis für sechs Stunden zu optimieren.

Für ihre Untersuchung verabreichten die Wissenschaftler Probanden täglich ein Gramm des Gewürzes in Kombination mit einer nährstoffarmen Ernährung. Anschließend wurden die Teilnehmer vor und einige Stunden nach der Mahlzeit getestet.

Das Ergebnis: Die Gedächtnisleistung verbesserte sich deutlich.

In weiteren Studien wollen die Forscher nun herausfinden, welcher Inhaltsstoff von Kurkuma das Gedächtnis tatsächlich verbessert. Auf dieses Ergebnis wartet die Pillenindustrie sicher gespannt.

2. Kurkuma lindert Krebs

Es gibt etwa 50 verschiedene Arten von Kurkuma – einige von ihnen enthalten gelbe Farbstoffe: Medizinische Bedeutung soll vor allem der gelbe Farbstoff Curcumin haben.

Denn Curcumin hat laut Forschern möglicherweise eine krebshemmende Wirkung: An Mäusen haben sie diese Vermutung jedenfalls schon bestätigt.

Ein Forscherteam der LMU München fand heraus, dass Curcumin nicht nur entzündliche Prozesse hemmt, sondern auch die Bildung von Metastasen vorbeugen kann.

Die Wissenschaftler beschäftigten sich dabei mit einer möglichen Wirkung des Gewürzes auf Prostatakarzinom-Metastasen. Das Ergebnis: Bei der Zufuhr von Curcumin bildeten sich weniger Metastasen.

„In den Krebszellen wurden dank der Wirkung des Curcumins weniger Zytokine gebildet, die das Wachstum von Metastasen begünstigen“, betont die Leiterin der Studie, Beatrice Bachmeier, vom Institut für Laboratoriumsmedizin. Darüber hinaus sei die Verträglichkeit des Wirkstoffes im Vergleich zu gängigen Krebstherapien sehr gut.

„Das bedeutet aber nicht, dass diese Substanz die gängigen Therapiestrategien ersetzen sollte“, fügt sie allerdings hinzu. „Vielmehr ist denkbar, Curcumin einzusetzen, bevor ein Tumor diagnostiziert wurde - oder aber um die Bildung und Ausbreitung von Metastasen zu verhindern.“

In früheren Studien konnte Bachmeier bereits nachweisen, dass Curcumin auch die Metastasenbildung bei fortgeschrittenem Brustkrebs hemmt.

Auch eine US-Studie aus dem Jahr 2008 bestätigt Kurkuma eine krebslindernde Wirkung. Forscher der University of Texas fanden heraus, dass Curcumin Hautkrebszellen dazu anregt, sich selbst zu zerstören.

Denn Proteine, die die Bildung von Krebszellen anregen, werden durch die Zufuhr unterdrückt – und die Selbstzerstörung der Zellen eingeleitet. Deshalb empfehlen die Wissenschaftler aus Texas regelmäßigen Verzehr von Gerichten wie Curry – dadurch wird die Wahrscheinlich gesenkt, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, so die Ergebnisse der Studie.

3. Kurkuma hilft gegen Depressionen

Kurkuma kann auch effektiv bei der Behandlung von Depressionen helfen. Das belegt eine Untersuchung aus Indien aus dem Jahr 2013.

Dafür haben die Forscher des staatlichen Medical College in Bhavnagar sechs Wochen lang die Wirkungsweise und Sicherheit von Fluoxetin, einem klassischen Antidepressivum, und Kurkuma verglichen.

Dafür begleiteten sie 60 Probanden mit einer entsprechenden Vorerkrankung. Der ersten Gruppe verabreichten sie täglich Fluoxetin. Die zweite Gruppe bekam zweimal täglich hoch dosiertes Kurkuma-Extrakt und die dritte Gruppe beide Medikamente.

Das Fazit: Kurkuma wirkte besser als das klassische Antidepressivum.

„Wir konnten beobachten, dass Kurkuma von allen Patienten gut vertragen wurde. (…) Die Studie liefert erste klinische Hinweise darauf, dass Kurkuma als eine wirksame und sichere Behandlungsmethode für Patienten mit MDD ohne gleichzeitige Selbstmordgedanken oder andere psychotische Störungen eingesetzt werden kann.“

Der Vorteil: Die Therapie ist frei von Nebenwirkungen - ganz im Gegensatz zu klassischen Antidepressiva.

Die Wissenschaftler aus Indien wollen in weiteren klinischen Untersuchungen die genaue Wirkungsweise bei depressiven Menschen sichern.


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