Vergewaltigungen, Zwangsprostitution, Drogen: Sexuelle Gewalt in bayerischen Flüchtlingsunterkünften

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BAYERKASERNE
In der Bayernkaserne sollen Frauen täglich sexueller Gewalt ausgesetzt seien | DPA
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Sie flohen vor Krieg und Armut - nun sehen sie sich sexueller Gewalt und Missbrauch ausgeliefert: Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) leiden Frauen in Flüchtlingsunterkünften in Bayern unter unerträglichen Zuständen.

Dort soll es regelmäßig zu Vergewaltigungen und Prostitution kommen. Der Sender beruft sich dabei auf den SPD-Abgeordneten Hans Ulrich Pfaffmann und die Frauenrechtsorganisation Imma.

"Tagtäglich Vergewaltigungen und Prostitution"

So habe es etwa in der Bayernkaserne, einer ehemaligen Bundeswehr-Kaserne, in der nun Flüchtlinge untergebracht sind, immer wieder Fälle von Prostitution oder Gewalt gegen Frauen gegeben.

"Beobachtungen in der Bayernkaserne zeigen, dass tagtäglich Vergewaltigungen, sexuelle Gefälligkeitsdienstleistungen und Prostitution stattfinden", schreibt die Organisation laut BR in einer Mitteilung an die Presse.

Pfaffmann sagte dem Sender, dass unter den Tätern neben anderen Flüchtlingen auch Wachleute der Sicherheitsfirma Siba seien.

Nach Ansicht der Frauenrechtsorganisation Imma setzt die Unterbringung in der Kaserne Frauen großen Risiken aus: Männer seien mit einem Anteil von 80 Prozent in der Überzahl. Absichtlich würden Frauen und Männer nicht getrennt. Selbst im Haus 18, in dem nur Frauen untergebracht sind, hätten Männer jederzeit Zutritt.

Was wusste die bayerische Landesregierung?

Unklar ist, ob die bayerische Landesregierung von den Zuständen in der Flüchtlingsunterkunft wusste. Pfaffmann sagt ja, die Regierung dementiert dies aber in einer Stellungnahme gegenüber dem BR.

"Die aktuell vorgetragenen Vorwürfe, die uns allerdings nicht bekannt waren, werden wir unverzüglich noch heute an die Strafverfolgungsbehörden weiterleiten. (...) Wir wehren uns entschieden gegen die pauschalen Vorwürfe zu Gewalt an Frauen und Kindern in der Bayernkaserne und weisen diese zurück. Wir, wie auch die Strafverfolgungsbehörden nehmen solche Vorwürfe sehr ernst und tun alles um die Vorwürfe aufzuklären."

Die Vorwürfe gegen die Sicherheitsfirma erhalten durch einen Bericht des "Münchner Merku" neues Gewicht. Der berichtet heute, dass die Polizei am Dienstag eine Razzia in der Kaserne durchgeführt hatte.

Dabei haben Polizei und Staatsanwaltschaft Büroräume und Spinde der Sicherheitsfirma Siba in der Kaserne, sowie die Wohnungen von vier Wachleuten durchsucht. Gefunden wurde Kokain, Amphetamine, eine Schusswaffe, Munition, Wurfsterne und ein Schlagring. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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