Das Arbeiten am Bildschirm ist für Ihre Augen schädlicher, als Sie vermuten

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Arbeit vor dem Bildschirm belastet unsere Augen | Thinkstock
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Für über 21 Millionen Beschäftigte in Deutschland gehört Bildschirmarbeit inzwischen zum beruflichen Alltag. Und auch nach Feierabend ist damit nicht Schluss.

Zu Hause sitzen wir wieder vor dem PC, schauen Filme oder lesen unsere Facebook-Nachrichten. Das kann gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Ärzte warnen vermehrt vor den Folgen, die das stundenlange Sitzen vor dem Bildschirm für unsere Augen haben kann.

Unsere Augen sind überlastet

Je nach Tätigkeit wandert unser Blick an einem normalen Bürotag bis zu 33.000 Mal zwischen Bildschirm und Vorlage hin und her. Außerdem provozieren die unterschiedlichen Helligkeiten des Bildschirms bis zu 17.000 Pupillenreaktionen pro Tag - eine enorme Belastung für unsere Augen. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz- und Arbeitsmedizin gehören Augenbeschwerden für 30 Prozent der Menschen, die ihre Arbeit vor einem Bildschirm verrichten, deshalb zum Alltag.

Die Beschwerden äußern sich in juckenden und tränenden Augen, Migräne- oder Schwindelanfällen. Das berichtet die „Pharmazeutische Zeitung“. Die Symptome seien typisch für eine Überbeanspruchung des Sehapparats. Kein Wunder - denn eigentlich sind unsere Augen dafür geschaffen, den Blick umherschweifen zu lassen. Die Sichtfixation, das dauernde Starren auf das gleiche Objekt im gleichen Winkel und in gleicher Entfernung, überfordert unsere Augen.

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Laut „Pharmazeutischer Zeitung“ drohe bei intensiver Bildschirmarbeit noch eine weitere Gefahr - das „trockene Auge“. Ein Mangel an Tränenflüssigkeit führt dabei zu Schäden an Horn- und Bindehaut. Die Betroffenen klagen über brennende, gerötete Augen und verschwommenes Sehen.

Indem wir lange und konzentriert auf den Bildschirm blicken, verringert sich unser Lidschlag von 9,7 auf 4,3 Mal pro Minute. Doch durch den Lidschlag wird unser Auge befeuchtet. Bleibt er aus, verdunstet zu viel Tränenflüssigkeit und unsere Augen werden trocken.

Ist der Bildschirm verantwortlich für Kurzsichtigkeit?

Kurzsichtigkeit, die sogenannte Myopie, tritt in den Industrienationen immer häufiger auf. In Europa und den USA leidet inzwischen ein Drittel der Bevölkerung darunter. Bereits 2005 vermutete die „Ärzte-Zeitung“ einen Zusammenhang zwischen dieser Entwicklung und der vermehrten Bildschirmarbeit. Denn Kurzsichtigkeit sei zwar zum Teil genetisch bedingt, doch ein solch gravierender Anstieg sei nur durch Umwelteinflüsse zu erklären.

Verstärkt wurde die Vermutung durch die „Brillenstudie“ des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2002. Sie stellte fest, dass in allen Altersgruppen unter denjenigen, die am PC arbeiteten, der Anteil der Brillenträger höher lag. In der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen brauchten 32 Prozent eine Brille. Bei Gleichaltrigen, die keinen Computer nutzten, hatten nur 20 Prozent eine Sehschwäche.

Frank Schaeffel, Neurobiologe an der Universität Tübingen, lieferte dazu eine mögliche Erklärung: Er fand heraus, dass das Risiko von Kurzsichtigkeit steigt, je häufiger ein Menschen „Naharbeiten“ wie Lesen, Bildschirm- und Präzisionsarbeit ausführt.

Gönnen Sie Ihren Augen eine Pause!

Bei intensiver Naharbeit stellt sich das Auge so ein, dass das Bild knapp hinter die Netzhaut fällt. Auf Dauer führt dies zu einem verstärkten Längenwachstum des Augapfels. Und genau hier liegt die Ursache für Kurzsichtigkeit. Je früher das Längenwachstum einsetzt, desto stärker kann eine spätere Kurzsichtigkeit ausfallen. Besonders Kinder sollten deshalb nicht zu viel Zeit vor dem PC verbringen.

Laut „Ärzte-Zeitung“ lässt sich jedoch das Risiko für Kurzsichtigkeit mit einfachen Tipps senken. Vor dem Bildschirm sollten mindestens 30 Zentimeter Abstand eingehalten werden und auf ausreichende Beleuchtung geachtet werden. Außerdem helfe es, immer wieder kurze Pausen einzulegen, um den Blick schweifen zu lassen und zur Abwechslung Gegenstände in der Ferne zu fokussieren.

Empfehlenswert sei auch regelmäßige Bewegung im Freien. Denn bei Kindern, die mindestens zehn Stunden pro Woche im Freien verbringen, sinkt das Risiko für Kurzsichtigkeit erheblich.

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