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03/04/2015 08:53 CEST | Aktualisiert 03/04/2015 10:18 CEST

"Wertlos" - Warum ein erfahrener Piloten-Ausbilder die Eignungstests kritisiert

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"Wertlos" - Warum ein erfahrener Piloten-Ausbilder die Psycho-Tests kritisiert

Nach dem Germanwings-Absturz und den immer neuen Details zum Copiloten Andreas L. mehren sich kritische Stimmen zum Eignungstest für Piloten. Der erfahrene Flugkapitän und Ausbilder Michael Hanke bezeichnet das Auswahlverfahren gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Focus" als wertlos: „Alle, die dort erscheinen, sind durch die Vorbereitungsseminare trainiert und darin erprobt, ihre Persönlichkeit entsprechend zu verstellen.“

Der sogenannte DLR-Test, ausgearbeitet vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, umfasst unter anderem Rollenspiele, Diskussionen und Interviews. Psychologen nehmen die Kandidaten in die Mangel.

Doch der Großteil der Flugaspiranten erscheint bestens präpariert dank anderer Psychologenkollegen, die Vorbereitungsseminare anbieten. Im mehr als 2000 Euro teuren „Trainingspaket“ enthalten ist Software fürs ausgiebige Üben in den eigenen vier Wänden, so die Werbung eines kommerziellen Testvorbereiters. Darunter findet sich „ein leistungsfähiges Analysemodul mit grafischer Auswertung für die psychologischen Fragen“.

Dass sich Pilotenanwärter monatelang auf den DLR-Test vorbereiten können, macht diesen aus Sicht der Kritiker untauglich. Das Ganze sei mehr ein „Kampf Psychologe gegen Psychologe“, kommentiert Ausbilder Hanke gegenüber "Focus".

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