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02/04/2015 20:45 CEST

Unwetter gefärden Stromversorgung: Netzbetreiber fordern Ausbau der Höchstspannungsnetze

dpa
Aufräumarbeiten nach Sturmtief Niklas

Im Jahr 2014 kamen auf die Netzbetreiber Kosten von etwa 250 Millionen Euro, um größere Stromausfälle zu verhindern, 2013 beliefen sich die Kosten noch auf 150 Millionen Euro. Grund dafür sind Sturmschäden. Durchschnittlich dreimal am Tag müssten die Netzbetreiber derzeit größere Stromausfälle verhindern, vor zehn Jahren waren es noch durchschnittlich drei Einsätze pro Jahr.

"Noch haben wir alles im Griff, aber ohne Netzausbau kann die Lage außer Kontrolle geraten", erklärt Lex Hartmann, Geschäftsführer des Netzbetreibers Tennet im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

Sturmtief Niklas macht den Strombetreibern zu schaffen

Bei Unwettern wie das Sturmtief Niklas, welches derzeit mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 150 km/h über Deutschland hinweggefegt ist, müssten immer öfter Windturbinen ausgeschaltet werden. Etwa 450 Turbinen musste Tennet aktuell derzeit stilllegen, was der Leistung eines mittleren Kohlekraftwerks.

Größere Störungen wie etwa in Amsterdam, wo es in der vergangenen Woche ein Stromausfall nach einem Kurzschluss bei Wartungsarbeiten die niederländische Hauptstadt für eine Stunde lahmgelegt hatte, seien laut Hartmann hierzulande trotzdem nicht zu berfürchten. Alle Kreisläufe in deutschen Stromtrassen seien doppelt gesichert.

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