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02/04/2015 15:21 CEST | Aktualisiert 02/04/2015 16:16 CEST

Eine Pizzeria weigerte sich, homosexuelle Paare zu bedienen. Dann gerät die Situation außer Kontrolle.

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Für Homosexuelle gibt es bei Memories Pizza keine Bedienung

Wo hört Freiheit auf und wo beginnt Diskriminierung? Pizzeria-Besitzerin Crystal O’Connor glaubt jedenfalls, es sei keineswegs diskriminierend, homosexuelle Kunden nicht zu bedienen. Das sei nur nicht mit ihrer religiösen Überzeugung zu vereinbaren. Und das habe jeder zu akzeptieren.

Homosexuelle werden bei Memories Pizza nicht bedient

Familie O’Connor besitzt eine Pizzeria im amerikanischen Bundesstaat Indiana. Und dort gilt seit kurzem der „Religious Freedom Restoration Act“ („Gesetz zur Wiederherstellung der religiösen Freiheit“). Unternehmern wird damit erlaubt, Homosexuelle aus Glaubensgründen nicht zu bedienen.

Weltweit löste die Einführung des Gesetzes unter dem Hashtag #BoycottIndiana heftige Proteste aus.

Doch Familie O'Connor stimmt dem Gesetz aus tiefster Überzeugung zu. Crystal O’Connor sagte im Interview mit abc57: „Wenn ein homosexuelles Paar in den Laden käme, um Pizzen für eine Hochzeit zu bestellen, dann würden wir Nein sagen.“ Und Kevin O’Connor ergänzte: "Dieser Lebensstil ist etwas, das sie sich aussuchen. Ich habe mir ausgesucht, heterosexuell zu sein. Und sie haben sich ausgesucht, homosexuell zu sein. Warum sollte ich mich verbiegen, um mit etwas klar zu kommen, was die sich ausgesucht haben?"

Mit der Welle der Empörung, die nach diesen Aussagen über sie hereinbrechen würde, hatte Familie O’ Conner aber offenbar nicht gerechnet.

Auf dem Empfehlungsportal „Yelp“ machten Menschen aus ganz Amerika in hunderten Kommentaren ihrem Ärger Luft. Viele bewerteten die Pizzeria mit nur einem Stern - der niedrigsten Bewertung des Portals.

Memories Pizza

Angesichts solcher Kommentare hat es Familie O'Connor offenbar mit der Angst zu tun bekommen. Wie The Blaze berichtet ist die Pizzeria im Moment geschlossen. "Wir haben unsere Türen nicht geöffnet. Ich weiß nicht, ob wir wieder eröffnen werden... Im Grunde verstecken wir uns."

Moderatorin Dana Loesch, die das Interview geführt hatte, teilt unterdessen auf Twitter mit, dass Familie O'Connor Morddrohungen erhielt.

Inzwischen wurde eine Aktion auf "gofundme" ins Leben gerufen, die Spenden für Familie O'Connor sammelt. Um - so wörtlich - den finanziellen Verlust auszugleichen, den die Familie durch ihren "Einsatz für den Glauben" erlitten habe. Bislang belaufen sich die eingegangenen Spenden auf über 48.000 Dollar.

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Memories Pizza

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