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02/04/2015 16:12 CEST | Aktualisiert 03/04/2015 08:28 CEST

Germanwings-Absturz: Andreas L. informierte sich im Netz über Selbsttötung

FOL

Die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf hat den Tablet-PC des Co-Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine ausgewertet. Demnach hat sich Andreas L. im Internet offenbar darauf vorbereitet, das Flugzeug zum Absturz zu bringen.

Wie die Staatsanwaltschaft in einer Presseerklärung mitteilte, konnte der Browserverlauf des Tablets ausgewertet werden. Dabei wurde festgestellt, dass sich Andreas L. im Zeitraum vom 16.3. und 23.3. über Selbsttötungsarten sowie über die Sicherheitsvorkehrungen von Cockpit-Türen informierte.

Konkret heißt es dort:

"Der Browserverlauf war nicht gelöscht, insbesondere konnten die in der Zeit vom 16.03. bis zum 23.03.2015 mit diesem Gerät aufgerufenen Suchbegriffe nachvollzogen werden.

Danach hat sich der Nutzer zum Einen mit medizinischen Behandlungsmethoden befasst, zum Anderen über Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung informiert.

An mindestens einem Tag hat sich der Betreffende darüber hinaus über mehrere Minuten mit Suchbegriffen über Cockpittüren und deren Sicherheitsvorkehrungen auseinandergesetzt."

Diese Erkenntnisse könnten endgültig die Gewissheit bringen, dass Andreas L. die Maschine absichtlich zum Absturz brachte – und alle möglichen alternativen Ursachen ausgeschlossen werden können.

Der Copilot wird verdächtigt, seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und das Flugzeug in die Katastrophe gesteuert zu haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler war er vor Jahren suizidgefährdet.

Einsatzkräfte fanden derweil in den französischen Alpen den zweiten Flugschreiber der Germanwings-Maschine.

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Die Blackbox mit den Flugdaten war seit dem Absturz am Dienstag vergangener Woche intensiv in den französischen Alpen gesucht worden. Sie soll weiter Aufschluss geben über die Abläufe im Airbus A320 vor dem Absturz.

Alle 150 Menschen an Bord waren gestorben. Die Staatsanwaltschaft machte keine Angaben, ob die Daten der zweiten Blackbox ausgewertet werden können.

Der Flugdatenschreiber zeichnet relevante Daten wie Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel der Maschine auf. Durch das Speichern von GPS-Daten gibt es zudem Auskunft über den genauen Ort eines Unglücks - auch wenn die Trümmer wie im Fall der Germanwings-Maschine weit verstreut sind.

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