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02/04/2015 06:48 CEST | Aktualisiert 02/04/2015 07:27 CEST

Co-Pilot Andreas L. litt angeblich unter den Folgen eines Autounfalls

FOL
Andreas L. soll einem Zeitungsbericht nach laut eigener Aussage unter den Folgen eines Autounfalls gelitten haben

Der Co-Pilot Andreas L., der die Germanwings-Maschine mit 150 Menschen am Dienstag vergangene Woche zum Absturz brachte, war krank, so viel haben die Behörden bislang bestätigt.

Zwar soll er laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf nach seiner Ausbildung, die er vor sechs Jahren wegen psychischer Probleme unterbrochen hatte, keine Diagnose wegen Selbstmordgefahr bekommen haben. Aber er war in den letzten Monaten seines Lebens immer wieder bei Ärzten – und am Tag des Absturzes eigentlich krank geschrieben.

Airbag soll Andreas L. verletzt haben

Die „Bild“-Zeitung berichtet am Donnerstag unter Berufung auf Ermittler-Kreise, Lubitz habe Ärzten gesagt, er sei bei einem Autounfall Ende vergangenen Jahres durch einen Airbag verletzt worden. Der 27-Jährige habe über ein „Knalltrauma und Sehschwäche“ geklagt haben. Dem Bericht nach soll er gesagt haben, „es werde unter anderem öfters dunkel um ihn“.

Wie die Zeitung meldet, ist in den Krankenakten vermerkt, dass L. Medikamente einnahm, die gegen Angst und Depression verschrieben werden, das habe L. selbst gesagt. Nach den Recherchen des Blattes können diese Medikamente einerseits die Verkehrstüchtigkeit beeinflussen, andererseits könne sich das Selbstmord-Risiko vor allem zu Beginn der Behandlung steigern.

Eine offizielle Bestätigung gibt es für die Angaben bislang nicht.

Co-Pilot arbeitete trotz Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

In den vergangenen Tagen war in Deutschland angesichts des Dramas diskutiert worden, ob die ärztliche Schweigepflicht im Fall von Patienten mit besonders verantwortungsvollen Berufen gelockert werden muss.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hatte allerdings darauf hingewiesen, dass ein Arzt bereits jetzt die Behörden oder Angehörige informieren könne, wenn er annehmen müsse, dass sein Patient sich oder anderen massiv schadet.

Der Bericht der „Bild“ legt nahe, dass die Ärzte Andreas L.’s allerdings nicht wussten, dass ihr Patient trotz der Krankschreibungen weiter als Pilot arbeitete. Über die Probleme während der Ausbildung war der Arbeitgeber allerdings informiert. Nach Berichten verschiedener Nachrichtenagenturen hatte L. die Lufthansa 2009 darüber informiert.

Video: Schreckliche Arbeit bei Germanwings-Absturzstelle: Video zeigt, wie Bergungskräfte die Leichen identifizieren

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