WIRTSCHAFT
01/04/2015 21:39 CEST

Deutscher Schuldenberg wächst auf 2,168 Billionen Euro

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Schäuble not amsued

Die Steuereinnahmen sprudeln, die Arbeitslosenzahlen sinken, der Export nimmt zu - und trotzdem erhöhte sich die Schuldenlast Deutschlands im Jahr 2014. Und das bei 18 Milliarden Überschuss im Staatshaushalt.

Nach Angaben der Bundesbank vom Mittwoch erhöhte sich der Schuldenstand gegenüber dem Vorjahr um zwei Milliarden Euro auf 2,168 Billionen Euro.

Die Schuldenquote - also der Schuldenstand im Verhältnis zum nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) - sank dank eines soliden Wirtschaftswachstums dennoch um 2,4 Punkte auf 74,7 Prozent. Damit reißt Deutschland wie schon seit Jahren erneut die Hürde von 60 Prozent, die der europäische Maastricht-Vertrag erlaubt.

Euro-Rettungsfonds ESM erhöht Schuldenberg

Der Anstieg der Staatsschulden ist nach Angaben der Notenbank vor allem darauf zurückzuführen, dass mit dem Überschuss per saldo nicht der Abbau von Schulden finanziert wurde, sondern etliche Milliarden in Hilfsmaßnahmen wie die deutsche Beteiligung am Euro-Rettungsfonds ESM floss.

Seit dem Jahr 2010 habe sich der deutsche Schuldenstand durch Maßnahmen im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise in Europa kontinuierlich um insgesamt 91 Milliarden Euro erhöht. Das entspreche 3,1 Prozent des aktuellen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Die Stützung der Banken im eigenen Land schlugen seit 2008 mit 236 Milliarden Euro zu Buche. Allerdings war dieser Posten in den vergangenen beiden Jahren rückläufig - vor allem weil die staatlichen "Bad Banks", die Altlasten von Krisenbanken abwickeln, Schulden abbauten.

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