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17 Dinge, die man nur kennt, wenn man Rheinländer ist

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Das Rheinland ist ein ganz besonderer Fleck. Wahrscheinlich, nein, ziemlich sicher sogar der mit Abstand schönste der Welt. Es vereint Menschen über Landesgrenzen hinweg. Ob aus der Region zwischen Bonn, Köln und - im Notfall - auch Düsseldorf oder eben Trier, Koblenz und Mainz: Mir sin all Jecke vom Rhing.

Der Rhein: Das Mittelmeer Deutschlands

Unsere Toleranz, unsere mediterrane Art, diese Lebens- und Genussfreude, gepaart mit einer gewissen Laissez-faire-Haltung, stoßen bei anderen Deutschsprachigen oft auf völliges Unverständnis.

Aber das ist nicht das Einzige, was uns Rheinländer vom Rest Deutschlands unterscheidet. Hier sind 17 Dinge, die man nur kennt, wenn man Rheinländer ist.

1. Das rheinische Grundgesetz
Eine praktisch-philososphische Überlebensstrategie in 11 (!) Artikeln, eine Sammlung von Sprüchen, mit denen der Neuankömmling schon am Kölner Flughafen begrüßt wird. Von “Et es wie et es” ("Sieh den Tatsachen ins Auge, du kannst eh nichts ändern") bis zu “Wat fott es, es fott” ("Jammer den Dingen nicht nach"). Mit dem rheinischen Grundgesetz kommt man durchs Leben. Irgendwie.

2. Den Buchstaben "G" jit et nit
"Ch", "sch", "j" und "r" werden dabei als adäquater Ersatz angesehen. Schön anschaulich am Wort: “Sejelfluchzeuchware” ("Segelflugzeugwaage").

3. Kleine Biergläser, auf Kölsch “Stangen”
Aber dafür ist unser Bier immer frisch und man sagt viel schneller mal: “Ach, ein Kölsch trink ich noch mit.”

4. "Coniunctivus prophilacticus”
Eine Möglichkeitsform, die Aktivitäten ankündigt und zugleich infragestellt: “Jetzt hätt ich bald aber watt jesacht.” ("Jetzt hätte ich bald aber was gesagt.")

5. Die Verlaufsform bzw. der "am-Progressiv"
In Köln kein Anglizismus, sondern rheinischer Dialekt: “Ich bin am Essen” oder auch „Dä eß do am Wunne“. ("Der ist da am Wohnen.")

6. Mit allen Sinnen kommunizieren
“Sach, hürens, häste dat jesinn?” ("Sag, hör mal, hast du das gesehen?")

7. Was Flimm ist. Und wie man damit ein Flölsch kreiert.

Kölsch und Flimm ...
flimm und kölsch

... macht Flölsch. Für alle, die unsicher sind: Flimm ist Waldmeisterwodka.
flölsch

8. Deckel auf Bierglas
Sonst gibt es immer mehr. “Drink doch ene met” ist nicht nur ein Lied, sondern eine ernstgemeinte Lebenseinstellung.

9. Rheinische Küche
  • "Halve Hahn": Kein halber Hahn, sondern ein Roggenbrötchen ("Röggelche") mit Gouda und Senf.
  • "Himmel un Ääd": Blutwurst ("Blootwoosch") mit Kartoffeln und Äpfeln.
  • "Döppekoch": Gans für arme Leute. Kartoffelkuchen mit Mettwürstchen, Zwiebeln und Apfelmus.

10. Ne fiese Möpp
Wörtlich übersetzt “is ene fiese Möpp” ein widerlicher Mensch. Im Kölner Raum auch wirklich mit einem verächtlichen Unterton und einer krausen Nase als Beleidigung oder Abwertung verwendet, ist es in Düsseldorf und Umgebung eher eine halbernst gemeinte Bezeichnung für jemanden, der gerne ärgert.

11. Die rheinische Gelassenheit
Im Prinzip sind die Rheinländer in ihrer Art ein bisschen südländisch eingestellt. "Gleich" bedeutet "in einem Monat", "sofort" etwa "in einer Woche" und "direkt" "jetzt". Entspannt bedeutet "sieben" auch eigentlich "um sieben herum", also keinesfalls vorher und ganz zu schweigen von pünktlich.

12. Ne Schwaatlapp
Ein "Schwaatlapp" ist jemand, der ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis hat. Abgeleitet von schwaade (reden). Das Wort "Schwatlapp" kann nur aus dem Rheinland kommen, dort redet man gern und viel.

13. Der rheinische Diminutiv
Durch die inflationär angewandte Verkleinerungsform eines Substantivs bekommen Größen einen menschlichen und rheinländischen Touch. So wird aus dem Herrgott eben das "Herrjöttsche", aus dem Huhn ein "Höhnche", aus dem Mäuschen ein "Müsje" und aus der Wurst ein "Wööschje".

14. Der große Einfluss der französischen Besatzungszeit
Die französischen Besatzungstruppen brachten Ende des 18. Jahrhunderts Hausnummern nach Köln. So entstand auch der Name des “Eau de Cologne”: 4711. Was die Franzosen auch noch mitbrachten: ihre Sprache. Einiges davon blieb im Kölschen hängen. So sagt man in Köln statt “aus dem Effeff”, “us der Lamäng” (frz. la main - die Hand), ein “Plümmo” ist ein Federbett (frz. Plumeau) und ein “Malörche” ist ein “Malheur”, bzw. im Kölschen ein uneheliches Kind.

köln rheinland

15. Die meistbesungene Stadt
Keine Stadt wurde und wird immer noch so oft besungen wie Köln.




16. Bützen
Wieder ein Eigenwort, das es nur in der rheinländischen Mundart gibt: Bützen, oder auch küssen, bezeichnet die Angewohnheit, jeden und alles abzuknutschen. Ein weiterer Beweis für die Offenheit der Rheinländer.

17. Wie man Karneval (NICHT Fasching!) richtig feiert

karneval alaaf köln

Man muss es hier einfach noch einmal in aller Deutlichkeit sagen: Karneval gibt es nur im Rheinland. Das Spektakel heißt nicht Fasching und es gibt auch keine Schwarz-Weiß-Bälle. Und wer Karneval noch nie im Rheinland, sprich Köln, gefeiert hat, der weiß leider auch nicht, was er verpasst.

"Natürlich kann da jemand aus Bayern sagen: Unsere Berge sind schöner. Und natürlich hat das Rheinland keine grandiose Landschaft oder eine Weltstadt wie New York zu bieten. Das Rheinland zeichnet sich aber durch etwas ganz anderes aus, nämlich durch die Menschen, die hier leben." - Fritz Langensiepen

Fazit: Der Rheinländer ist keinesfalls typisch deutsch. Er ist typisch Rheinländer.

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