Was ein Mann aus den Resten von Kaffeebohnen macht, könnte unsere Ernährung verändern

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KAFFEEMEHL
Aus dem Mehl von Kaffeefrüchten kann man ganz verschiedene Lebensmittel herstellen | YouTube
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912.500.000.000. Mehr als neunhundert Milliarden. Das ist die Zahl an Tassen Kaffee, die Menschen auf der ganzen Welt 2013 getrunken haben. Das sind fast 29.000 Tassen in der Sekunde.

Der Deutsche trinkt im Schnitt 2,6 Tassen am Tag und konsumiert damit 6,9 Kilo Kaffee im Jahr. Dahinter stecken eine ganze Menge Kaffeebauern, welche die Milliarden an Kaffeefrüchte ernten, sie zu Bohnen verarbeiten und die dann zu einem Hungerlohn in die ganze Welt verschicken.

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Bei der Produktion des geliebten Heißgetränks entsteht ein Beiprodukt, dem bisher keiner Beachtung geschenkt hat: Die Bohnen werden aus den Kaffeefrüchten gelöst. Zurück bleibt ein Mus aus den Resten der Früchte, das im Müll landet. Ein Riesenversäumnis, wie Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben.

Denn die Reste der Kaffeefrüchte werden offensichtlich ziemlich unterschätzt. Sie könnten gar ein unentdecktes Wundermittel sein.

kaffeefrucht

Die Organisation Coffeeflourglaubt, dass die Kaffeefrüchte gleich mehrere große Probleme lösen könnten.

1. Ende der Lebensmittelknappheit
Aus dem Mehl der Früchte können unter anderem Schokoriegel, Kekse, und Pasta hergestellt werden. Das Mehl schmeckt nicht nach Kaffee. Es hat einen neutralen Geschmack. Und: Es ist extrem gesund und nahrhaft. Eine Kaffeefrucht hat drei Mal mehr Protein pro Gramm als zum Beispiel ohnehin schon eiweißreicher Grünkohl. Außerdem enthält sie drei Mal mehr natürliche Ballaststoffe als Weizen und ist dabei zu hundert Prozent glutenfrei.

coffeflour

2. Zusätzliches Einkommen für Kaffeebauern
Der Handel mit den Früchten, die bisher im Müll gelandet sind, könnte für die Kaffeebauern eine große Einnahmequelle bedeuten. Neue Arbeitsplätze würden entstehen. Die Bauern hätten mehr Geld für ihre Familien, für die Bildung ihrer Kinder.

kaffee

3. Keine zusätzlichen Kosten
Die Früchte sind bereits angebaut und geerntet. Ohne weiteres Ackerland in Anspruch zu nehmen, bieten sie laut Coffeeflour das Potential für eine ganze Reihe an neuen Produkten - ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. "Im Mittelpunkt stehen bei uns die Kaffeebauern. Sie maßgeblich an dem Gewinn zu beteiligen, ist unser höchstes Ziel", erklärt Andy Fedak, der Mitbegründer von Coffeeflour.

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