WIRTSCHAFT
03/03/2015 16:28 CET | Aktualisiert 04/03/2015 05:12 CET

Diese Zahl zeigt, wie sehr die Russen unter den Sanktionen wirklich leiden

Thinkstock

Wirtschaftlich gesehen taumelt Russland gerade dem Abgrund entgegen. Der Rubel-Kurs ist eingebrochen und die steigende Inflation macht dem Land schwer zu schaffen.

Allmählich bekommt auch die russische Bevölkerung die Folgen der gespannten wirtschaftlichen Lage zu spüren: Das Einkaufen im Supermarkt wird für sie immer teurer.

Die russische Investmentbank VTB Capital schätze die Inflationsrate für Lebensmittel in Russland in diesem Jahr auf 20 Prozent, schreibt die Wirtschafts-Website Quartz. Für die Russischen Bürger bedeutet das: Sie müssen an der Supermarktkasse für dieselben Produkte immer mehr Geld bezahlen.

50 Prozent ihres Einkommens werden russische Haushalte dem Bericht zufolge 2015 voraussichtlich für Lebensmittel ausgeben. Dieser hohe Prozentsatz stellt Russland in Sachen Ausgaben für Lebensmittel auf eine Stufe mit deutlich ärmeren Ländern wie Kenya, Pakistan oder Nigeria. Zum Vergleich: In westlichen Ländern gibt die Bevölkerung in der Regel um die 10 Prozent für Lebensmittel aus.

Lockerung der Einfuhrbeschränkungen

Schuld an den hohen Lebensmittelpreisen sind sicherlich auch die westlichen Sanktionen sowie selbstauferlegte Einfuhrbeschränkungen für Produkte aus der EU. Es ist kaum verwunderlich, dass Russland nun versucht, diese Einfuhrbeschränkungen aufzuweichen – aus politischen Gründen darf der Kreml dabei jedoch nicht sein Gesicht verlieren.

Die Regierung Griechenlands hatte die Putin-Regierung gebeten, die Einschränkung für die Einfuhr langwirtschaftlicher Produkte wieder zu lockern. Der Bitte kann der Kreml jedoch aufgrund der Vorschriften der World Trade Organisation nur nachkommen, wenn er die Einschränkung für die ganze EU lockert.

Bis die russische Regierung dies tut, wird die Bevölkerung wohl noch länger an der sturen Haltung von Russlands Präsidenten leiden müssen.

Putins Beliebtheit kann das offenbar nichts anhaben: Sein Zuspruch in der Bevölkerung bleibe trotz steigender Lebensmittelpreise unvermindert hoch, schreibt "Quartz".


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