WIRTSCHAFT
03/03/2015 11:58 CET | Aktualisiert 03/03/2015 12:20 CET

So viel Wahrheit steckt wirklich hinter Werbespots

Werbung hat im Grunde nur ein Ziel: Sie will erreichen, dass Kunden Geld ausgeben. Oft hat man als Verbraucher das Gefühl, dass den Werbetreibenden dabei so ziemlich jedes Mittel recht ist, um das zu erreichen.

Denn um ihre Produkte anzupreisen, nutzen Unternehmen häufig dreiste Tricks - bis hin zu Unwahrheiten. Genau diesen Werbelügen geht derzeit eine Fernseh-Reportage auf den Grund.

Tesa-Werbung: Waschmaschinen hängen an Wänden

Der ARD-„Werbe-Check” versucht herauszufinden, wie viel Wahrheit in Werbespots steckt. Dazu überprüfen die Reporter in mehreren Serien vieles, was in Fernsehen, Radio und Print beworben wird - Zahnpasta, Haarshampoo, Staubsauer, Mail-Provider, Diät-Produkte. Und Kleber.

Genau darum ging es im ersten Teil der dreiteiligen Serie. Im Fokus: das Produkt Tesa. Jener Kleber also, mit dem man offenbar Waschmaschinen an die Wand kleben kann. Zumindest suggeriert das die Werbung.

In dem Werbespot stemmt ein kleiner Junge mit hochrotem Gesicht eine Waschmaschine über den Kopf. Dann, oh Wunder, hängt die Waschmaschine plötzlich über dem Kopf des Jungen an der Wand. Befestigt, so die Botschaft der Werbung, mit Tesa-Montageband. Nur wahre Heimwerker-Romantiker glauben wohl, dass dies wirklich funktioniert.

Details, die keine Werbung zeigt

Der „Werbe-Check” vermutet eine Verbrauchertäuschung dahinter. Zwei Testerinnen versuchen eine einfache Garderobenleiste mit Tesa-Montageband anzubringen. Selbst dieser Versuch scheitert beim ersten Mal. Weil Tesa-Streifen - wenn überhaupt - nur dann großes Gewicht halten, wenn sie ohne Luftbläschen auf glatter Oberflächen und mit starkem Druck befestigt werden.

Doch auch damit bleiben ohne Weiteres keine Waschmaschinen an der Wand kleben.

Experten zeigen, wie es geht

In dem Beitrag gewähren Vertreter von Tesa einen Einblick, wie die Kulisse in der Werbung tatsächlich zustande kommt. Die Waschmaschine über dem Kopf des Jungen ist nämlich nicht nur mit Tesa-Streifen an der Wand angeklebt. Sie wurde mit einer Kette sowie mit zusammengeklebten Metallplatten befestigt.

Die bekommen Fernsehzuschauer natürlich nicht zu sehen, wenn der Spot über den Bildschirm geht.

Das Beispiel Tesa zeigt: Werbung will das Besondere, Außergewöhnliche suggerieren - und verschweigt dabei ein großes Stück Wahrheit.

Bikini-Figur in 2 Wochen? Almased wird widerlegt

Das zeigt sich auch bei anderen Produkten. Zum Beispiel bei Almased, einem Getränk zum Abnehmen. Eine Bikini-Figur in zwei Wochen, das verspricht das gleichnamige Unternehmen hinter der Marke.

Diese Werbebotschaft haben die ARD-Reporter widerlegt. Begleitet von Experten des Deutschen Instituts für Ernährungswissenschaften haben sie drei Testpersonen zwei Wochen lang Almased testen lassen. Das Ergebnis: Die Testpersonen nahmen in dieses Zeitraum zwischen drei und fünf Kilo ab.

Allerdings: Sie waren danach durch das Getränk angeekelt klagten über mangelnde Konzentrationsfähigkeit. Und drei bis fünf weniger auf den Rippen bedeuten häufig auch noch lange keine Bikini-Figur.

Die Experten des Deutschen Instituts für Ernährungswissenschaften halten es zudem für wahrscheinlich, dass Personen nach einer Getränke-Kur mit Almased auf Dauer wieder zunehmen.

Das wird in der Werbung natürlich nicht erwähnt.

Die ganze Sendung sehen Sie hier.

In den nächsten Sendungen stellt am Montag, 9. März stellt der ARD-”Marken-Check” unter anderem Reiseveranstalter, Autoscheinwerfer und Zahnpasta auf den Prüfstand.


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