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03/03/2015 14:31 CET | Aktualisiert 03/03/2015 15:54 CET

Nach einem Zeckenbiss stirbt ein Mann an einem bisher unbekannten Virus

dpa
Der neu entdeckte Virus wird durch Zeckenbisse übertragen

Auch wenn es noch nicht danach aussieht: Der Frühling hat begonnen! Bald werden die Tage wärmer und Sie können wieder mehr Zeit draußen in der Natur verbringen. Doch Vorsicht! Leider wartet dort nicht nur Idylle, sondern auch Gefahr.

Es war im Frühling letzten Jahres, als ein Mann aus dem amerikanischen Bundesstaat Kansas an einem mysteriösen Virus verstarb. Nur elf Tage, nachdem er mehrere Zeckenbisse an seinem Körper entdeckt hatte.

Es begann harmlos mit grippeähnlichen Symptomen – Durchfall, Fieber und Schwäche. Aber der Zustand des Mannes verschlechterte sich rapide. Antibiotika blieben wirkungslos, er musste in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Dort stellten Ärzte einen beschleunigten Herzschlag und erhöhten Blutdruck fest. Auch die Zahl weißer Blutkörperchen hatte abgenommen.

Verzweifelt kämpften die Mediziner um das Leben des Mannes, doch ohne Erfolg. Nicht einmal zwei Wochen nach Entdeckung der Bisswunden starb der Patient an Organversagen.

Wie weit verbreitet ist das „Bourbon Virus“ bereits?

Wie konnte ein gewöhnlicher Zeckenbiss einen gesunden Mann innerhalb kürzester Zeit dahinraffen? Tests deckten einen unbekannten Virus im Blut des Toten auf, dessen Einordnung monatelang Rätsel aufgab. Nun – fast ein Jahr nach dem Vorfall – gibt es neue Erkenntnisse.

Die US-Gesundheitsbehörden konnten den Virus dem Stamm der hoch anpassungsfähigen Thogotoviren zuordnen, die von Mücken und Zecken übertragen werden.

Bislang waren Wissenschaftlern nur zwei Thogotoviren bekannt gewesen, die auch auf den Menschen überspringen konnten. Nur sieben derartige Erkrankungen hatte es weltweit gegeben, wobei sich ihr Verlauf stark von dem Fall aus Kansas unterschied. Der neu entdeckte Erreger erhält nun den Namen „Bourbon Virus“, nach dem Bezirk, in dem sich der Mann infiziert hatte.

Wissenschaftler können nicht ausschließen, dass der Erreger bereits seit längerer Zeit unbemerkt kursiert und erst jetzt Aufsehen erregt hat. In Zukunft sollen Patienten mit ähnlichen Symptomen unmittelbar auf das „Bourbon Virus“, getestet werden.

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