POLITIK
02/03/2015 10:17 CET | Aktualisiert 02/03/2015 11:34 CET

Fall Edathy: Verfahren eingestellt

dpa
Fall Edathy: Edathy räumt Schuld ein

Im Gerichtsprozess um Sebastian Edathy kommt es zu einem abrupten Ende: Der Ex-Bundestagsabgeordnete legt ein Geständnis ab und entgeht damit einer Vorstrafe.

Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy hat zugegeben, sich mit seinem dienstlichen Laptop kinderpornografische Videos und Bilder aus dem Internet besorgt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft hat ihm einen Deal angeboten: Das Verfahren könnte gegen die Zahlung einer Geldauflage eingestellt werden. Voraussetzung war laut Staatsanwaltschaft, dass der Ex-Bundestagsabgeordnete die gegen ihn erhobenen Vorwürfe "glaubhaft" zugibt.

"Edathy gesteht"

Um 10.06 twittert ZDF-Gerichtskorrespondentin Sarah Tacke aus dem Gerichtssaal: "Edathy gesteht." Kaum hat er begonnen, ist der Prozess auch schon wieder zu Ende.

Das Geständnis war mit der Staatsanwaltschaft abgesprochen und hat zur Folge, dass das Verfahren in der Strafsache eingestellt wird. Zusätzlich muss Edathy 5000 Euro an den Kinderschutzbund in Niedersachsen zahlen.

Das ganze findet ohne strafrechtliche Sanktionen im eigentlichen Sinne sein Ende. Das heißt, Edathy gilt aufgrund seines Geständnisses offiziell als unschuldig und ist noch nicht einmal vorbestraft.


Verfahren an sich schon genug Strafe

Der Richter begründet seine Entscheidung damit, dass das Verfahren schon genug Strafe für den Ex-Politiker gewesen sei, und er sich den Vorwürfen gestellt hätte.

Jeder Ersttäter hätte eine faire Chance verdient:


Auf Twitter ist das Unverständnis über die Urteilsverkündung deutlich:


Der Richter betonte, er wisse, dass man es nie allen Recht machen könne.

Edathy soll im November 2013 aus dem Internet kinderpornografische Videos und Bilder mit nackten Jungen unter 14 Jahren heruntergeladen haben. Er hatte dies bislang bestritten und erklärt, nur legale Bilder besessen zu haben.

Die Ermittler waren auf den 45-Jährigen aufmerksam geworden, weil sein Name auf der Kundenliste einer kanadischen Firma aufgetaucht war, die auch Kinder- und Jugendpornos vertrieben haben soll.

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Video: Edathybook – Das skurril-unterhaltsame Facebook-Profil von Sebastian Edathy

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