POLITIK
01/03/2015 10:02 CET | Aktualisiert 01/03/2015 10:21 CET

Masern: Eltern, die sich jetzt nicht impfen lassen, gefährden das Leben von Babys

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Masern: Eltern, die sich jetzt nicht impfen lassen, gefährden das Leben von Babys

Die Zahl der Maserninfektionen in Deutschland steigt immer weiter - eine lebensbedrohliche Situation für Kleinkinder und Säuglinge. In Berlin haben Ärzte seit dem Ausbruch der Masern im vergangenen Jahr 652 Fälle gezählt - ein nicht geimpftes Kind starb. Dramatische Zahlen, denn diese Krankheit könnte längst ausgerottet sein.

Die Experten des Robert-Koch-Instituts richten daher einen dramatischen Appell an alle Erwachsenen. Laut "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung" (FAS) rufen sie dazu auf, "dass sich Jugendliche und Erwachsene bis Mitte vierzig impfen lassen".

Die besonders gefährdeten Säuglinge und Kleinkinder seien nur dann geschützt, wenn kein Mensch in ihrer Umgebung die Krankheit übertragen könne. Ungeimpfte Erwachsene seien die größte unterschätzte Gefahr für Kleinkinder.

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Unter den heute Vierzigjährigen sind laut "FAS" nur ein Viertel der Deutschen gegen Masern geimpft, unter Dreißigjährigen weniger als jeder Zweite.

Der Appell der RKI-Experten an alle Deutschen:

„Wer nach 1970 geboren ist und nur einmal geimpft wurde, seinen Impfpass nicht mehr findet oder nicht weiß, ob er die Masern hatte, sollte sich impfen lassen“, empfiehlt das Robert-Koch-Institut. „Eine überzählige Impfung schadet nicht.“

In den vergangenen Tagen kam auch die Debatte über eine Impf-Pflicht wieder auf: Bundesjustizminister Heiko Maas etwa (SPD) hält eine solche gesetzliche Pflicht zum Impfen gegen Masern für "rechtlich nicht ausgeschlossen". "Wer nicht impft, gefährdet unser aller Gesundheit und Leben. Wir sollten jetzt alles tun, um aufzuklären“

Und warum denn auch nicht?

Auch sind bislang kaum ernst zu nehmende Nebenwirkungen der Masernimpfung nachgewiesen worden. Die Folgen einer Maserninfektion dagegen können dramatisch sein.

Einer von 1000 Menschen überlebt die Infektion nicht. Die Folgen der Maserninfektion sind zudem unter anderem Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen und Gehirnentzündungen.

Auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe attackierte Impfgegner scharf: "Ich finde die Vorstellung seltsam, es gebe eine Art Grundrecht auf die Ansteckung anderer", sagte er. Wer leichtfertig eine Impfung ablehne, gefährde auch die, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können: "Es ist eine Frage der Verantwortung und auch der gesellschaftlichen Solidarität, dass man sich und andere durch eine Impfung vor Ansteckung schützt".

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sma

VideoNach dem Ausbruch in Berlin: Deutschland versagt bei Masern-Ausrottung kläglich

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