Gorbatschow nach Nemzow-Mord: "Sie überlegen, wie sie Putin loswerden können"

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Der Friedensnobelpreisträger und frühere Kremlchef Michail Gorbatschow hat nach dem Mord an dem Regierungsgegner Boris Nemzow vor einer Destabilisierung der Lage in Russland gewarnt.

"Das ist ein Versuch, die Situation zu verschlimmern, vielleicht sogar die Lage im Land zu destabilisieren, die Konfrontation zu verschärfen", sagte Gorbatschow Medien zufolge am Samstag in Moskau. Nemzow war in der Nacht in Sichtweite des Kreml hinterrücks erschossen worden.

Er wurde 55 Jahre alt und galt als einer der profiliertesten Gegner von Kremlchef Wladimir Putin.

"Sie denken doch alle darüber nach, wie sie Putin loswerden können"

Die Ermittler gehen von einem politischen Auftragsmord aus. Über Täter und Hintermänner ist bisher nichts bekannt. Gorbatschow zeigte sich bestürzt: Es gehe jeden im Land etwas an, wenn gegen Andersdenkende so vorgegangen werde.

"Die Verbrecher müssen gefunden werden, aber auf solche Delikte lassen sich Täter ein, die gewöhnlich schwer ausfindig zu machen sind", sagte Gorbatschow.

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Der 83-Jährige warnte davor, die Bluttat im Westen zum Schüren antirussischer Tendenzen zu missbrauchen. Die Hintermänner hätten offenkundig darauf gesetzt, den Druck auf Russland zu erhöhen.

"Natürlich versuchen gewisse Kräfte, das Verbrechen für ihre Ziele zu nutzen, sie denken doch alle darüber nach, wie sie Putin loswerden können", sagte Gorbatschow.

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lk/dpa

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