POLITIK
16/01/2015 07:30 CET | Aktualisiert 16/01/2015 09:04 CET

"Islam gehört zu Deutschland": Wolfgang Bosbach kritisiert Satz der Kanzlerin als falsch

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CDU-Politiker Wolfgang Bosbach findet den Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" falsch

"Der Islam gehört zu Deutschland", hat Angela Merkel (CDU) erst am gestrigen Donnerstag in einer Regierungserklärung betont. Und zuvor am Montag bei einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten. Und jetzt das.

Bosbach: Der Islam gehört NICHT zu Deutschland - und widerspricht Merkel

Der Satz sei "nicht richtig", sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach im "Focus" vom Freitag. „Ich bin nicht gegen Frau Merkel, ich würde mich für sie in jede Schlacht werfen. Aber wenn ich der Auffassung bin, dass der Satz ‚der Islam gehört zu Deutschland‘ meiner Überzeugung nach nicht richtig ist, dann erlaube ich mir auch öffentlich zu erklären, warum“, so Bosbach. Er habe in den vergangenen Tagen massenhaft Zuschriften zu dieser Debatte erhalten, „99 Prozent zustimmend“.

JU-Chef: Muslime gehören zu Deutschland, aber die Wurzeln Deutschlands sind christlich-jüdisch geprägt

Auch der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, grenzte sich im "Focus" von der Feststellung der Parteichefin ab: „Die Wurzeln unseres Landes sind von der christlich-jüdischen Tradition geprägt, nicht durch den Islam.“ Der 29-Jährige betonte zugleich: „Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland und sind Teil unserer offenen Gesellschaft.“

CSU-Politiker fordert Aufklärung des Islam

Der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, hält den Islam nicht für einen Teil Europas. „Der Islam ist leider noch immer eine Religion, die die europäische Aufklärung nicht durchlaufen hat“, sagte Kreuzer dem Magazin. „Genau das ist aber die Zumutung, die dem Islam auferlegt werden muss, wenn er wirklich zu einem Teil Europas werden will.“

Bosbach sieht Anschläge schon im Zusammenhang mit dem Islam

Bosbach sagte dem "Focus" zudem, er lehne als Reaktion auf islamistische Anschläge die Formel ab, das habe nichts mit dem Islam zu tun. „Natürlich hat ein Anschlag nichts mit der großen Mehrheit der Muslime zu tun, das sind unsere Nachbarn, Arbeitskollegen, Sportkameraden“, so Bosbach. Zudem seien die meisten Terroropfer selbst Muslime. „Aber wenn Terroristen als Motivation für ihre Taten auf ihre eigene religiöse Überzeugung verweisen, oder wenn sich ein Terror-Regime ausdrücklich selber als ‚Islamischer Staat‘ bezeichnet, dann müssen diese Phänomene doch etwas mit dem Islam zu tun haben.“

Bosbach beklagte außerdem, eine offene Debatte über den Islam in Deutschland sei bisher von der Politik zu oft behindert worden, auch in seiner eigenen Partei. „Es ist richtig, dass wir das betonen, worin wir uns mit den Repräsentanten des Islam in Deutschland einig sind, aber wir sollten auch ohne Zorn und Eifer darüber reden, worin nicht.“

Bosbach erwägt Verschleierungsverbot

Bosbach regte außerdem an: „Wir sollten ernsthaft prüfen, ob wir nicht ein Verbot der Vollverschleierung in öffentlichen Räumen beschließen sollten.“ Wenn ein Richter damit Probleme habe, dass während einer Urteilsverkündung in einem Prozess über einen islamistischen Gewalttäter im Zuschauerraum voll verschleierte Personen sitzen, dann sei der Mann nicht islamophob, dann sind seien seine Sorgen berechtigt.

sk

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