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"In den Tod getrieben": „Charlie Hebdo"-Mitgründer macht Chefredakteur schwere Vorwürfe

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CHARBONNIER
„Charlie Hebdo“: Schwere Anschuldigungen an getöteten Chefredakteur | dpa
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Nach dem Terroranschlag auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo" erhebt ein Gründungsmitglied schwere Vorwürfe gegen den getöteten Chefredakteur Stéphane Charbonnier.

„Er hat das Team in den Tod getrieben“, sagte Henri Roussel dem „Telegraph“. Er frage sich, was den Charbonnier, besser bekannt als „Charb“, dazu gebracht habe, das Team zur rastlosen Überspitzung zu drängen.

Mitgründer nennt getöteten "Charlie Hebdo"-Chefredakteur "Dickkopf"

Roussel publiziert unter dem Namen „Delfeil de Ton“ für das Magazin. „Charb“ sei ein „sturer Dickkopf“ gewesen und habe immer mehr gewollt. Die Mohammed-Karikaturen hätten das Fass 2011 dann zum überlaufen gebracht. Der kurz darauf folgende Brandanschlag auf die Redaktion sei die Quittung dafür gewesen.

„Er hätte das nicht tun sollen, aber ‚Charb‘ wiederholte es ein Jahr später, im September 2012“, erinnert sich Roussel. Für den getöteten Karikaturisten findet er drastische Worte: „Das halte ich dir wirklich vor."

„Charlie Hebdos" Anwalt verteidigt "Charb"

Richard Malka, der langjährige Anwalt von „Charlie Hebdo“, reagierte empört auf diese Anschuldigungen: „‘Charb‘ wurde noch nicht einmal beerdigt und Obs fällt nichts Besseres ein, als ein polemisches und boshaftes Stück von ihm [Roussel] zu veröffentlichen“. Roussel habe sich bereits zum wiederholten Male öffentlich über die Ausrichtung von „Charlie Hebdo“ beklagt. „Charb“ habe die Zeitung in ein zionistisches und islamfeindliches Organ verwandelt.

Jetzt schweigt Roussel

Nach diesen Anschuldigungen ist Roussel zu keinem weiteren Kommentar bereit:

„Ich habe mich geweigert, mit dem Fernsehen oder dem Radio oder irgendjemand anderes zu sprechen. Ich habe meine Nachricht Obs vorbehalten und werde diesen Fall nicht mehr öffnen.“

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