"Kiffen für die schwarze Null": So ließe sich Schäubles ausgeglichener Haushalt retten

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Durch eine Cannabis-Legalisierung ließe sich Schäubles "schwarze Null" retten | Getty
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Lange musste Finanzminister Wolfgang Schäuble für die "schwarze Null" kämpfen - einen Etatentwurf für den Bundeshaushalt, der keine Neuaufnahme von Schulden vorsieht.

Bundestagsabgeordneter will Cannabis legalisieren - und eine hohe Steuer festsetzen

Erst letzte Woche gab der Bundesrechnungshof bekannt, dass es mit der schwarzen Null wahrscheinlich doch nichts wird: Der Haushalt für 2015 wurde mit den zurzeit historisch niedrigen Zinsen kalkuliert. Sollten die im nächsten Jahr steigen, war’s das mit dem ausgeglichenen Haushalt.

Unterstützung bekommt Schäuble nun von unerwarteter Seite: Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek schlägt vor, Cannabis zu legalisieren und mit einer heftigen 50-Prozent-Steuer zu belegen.

Deutsche könnten 6000 Tonnen Cannabis pro Jahr konsumieren

Schätzungen zufolge gäbe es in Deutschland rund 2,5 Millionen erwachsene Marihuana-Konsumenten. Die würden durchschnittlich je 20 Gramm pro Monat kaufen, sagte der Politiker der "Bild"-Zeitung: "Das macht etwa 6000 Tonnen Cannabis-Konsum pro Jahr."

​Würde der Staat auf jedes verkaufte Gramm eine Abgabe von 50 Prozent erheben, könnte er rund 1,8 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich einnehmen. Zumindest wenn man den aktuellen Schwarzmarktpreis von sechs Euro pro Gramm zugrunde legt.

Mit den Einnahmen soll sichergestellt werden, dass der Bund keine Schulden aufnehmen muss, erklärte Janecek: „Kiffen für die schwarze Null also."

In den USA ist in 23 von 50 Staaten der Hanf-Handel erlaubt. Experten schätzen den Umsatz mit legalen Verkäufen dort 2014 auf zwei Milliarden Euro.

Schäuble sollte auf ihn hören - dass die Grünen sich bestens auskennen bei den aktuellen Preisen für Gras, bewies ihr Parteichef Cem Özdemir schließlich gerade erst im August.

Lesen Sie auch: Wie Pharma-Unternehmen die Cannabis-Legalisierung torpedieren

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