WIRTSCHAFT
22/11/2014 16:37 CET | Aktualisiert 22/11/2014 17:35 CET

Flughafen BER Berlin-Brandenburg: Mehdorn droht neues Debakel

Getty

Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn hat ein gut gehütetes Geheimnis. Nämlich, wann, wie und zu welchen Kosten sein Mega-Projekt Berlin-Brandenburg endlich fertig wird. Ursprünglich sollte der Flughafen 2011 stehen, mittlerweile ist die Eröffnung auf unbestimmte Zeit verschoben.

Nun, so ganz unbestimmt ist das Projektende dann doch nicht. Es droht ein weiteres Debakel.

Denn: Wenn der Airport nicht bis zum 23. November 2016 fertiggestellt sein sollte, erlischt laut Informationen der "Wirtschaftswoche" die Baugenehmigung für das Hauptterminal. Ein schneller Fortschritt des Baus zeichnet sich allerdings nicht ab.

„Die komplette Fertigstellung des BER bis Ende 2016 ist ausgeschlossen. Da wird noch kein Flugzeug fliegen“, sagte der Berliner Baurechtsanwalt Ralf Leinemann, der viele Baufirmen am Airport vertritt, der "WirtschaftsWoche".

Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn müsste folglich eine neue Baugenehmigung beantragen. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, würde dies weitreichende und teure Nachrüstungen zur Folge haben.

Bei einem neuen Antrag müsste das Terminal laut Leinemann „alle Vorschriften und Standards erfüllen, die seit Inkrafttreten der vorherigen Genehmigung gültig geworden sind“. Sie stammt noch aus dem Jahr 2009. „Dies betrifft vor allem schärfere Energie-Einsparvorschriften oder DIN-Normen für Lüftung, Sicherheit und Elektrik. Das würde einen komplexen und teuren Umbau des Terminals erfordern“, sagte Leinemann der "WirtschaftsWoche".

Bislang werden die Baukosten des Hauptstadt-Airports, der ursprünglich Ende 2011 in Betrieb gehen sollte, mit rund 5,4 Milliarden Euro taxiert. Mehdorn will dem Aufsichtsrat am 12. Dezember einen Zeitraum nennen, in dem Berlins Flughafen endlich starten soll.

Um diese Frist einhalten zu können, plant er Branchenkreisen zufolge, Sachverständige baubegleitend einzusetzen. Sie sollen eine zügige Abnahme des Flughafens durch die Behörden erleichtern. Gleichzeitig wird er wohl auch mehr Hilfe von den Politikern einfordern. Sie könnten etwa die Baubehörden dazu verpflichten, die Fertigstellungserklärung des BER innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens zu bearbeiten. Das Ausheb e ln der Frist gilt als letztes Mittel.

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