Was eine Hochzeit kosten muss, damit die Ehe hält

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Promihochzeiten à la Kim Kardashian und George Clooney spiegeln wider, was sich viele auch für ihr Privatleben erträumen: Eine sinnbildliche Sahnetorte aus weißem Spitzenkleid, Traumschloss, Kutsche und allerhand luxuriösem Zuckerguss obendrauf.

Eine Studie der Emory University in Atlanta legt jedoch nahe, dass sich die Erfüllung solcher Mädchenträume eher negativ auf die Beständigkeit einer Ehe auswirken kann.

Die Forscher Andrew Francis und Hugo Mialon werteten die Daten einer groß angelegten Befragung von 3.000 verheirateten Paaren in den USA aus und räumten mit dem Klischee des Diamantrings als Zeichen ewiger Liebe auf.

Wie teuer sollte der Verlobungsring sein?

Das Dilemma geht schon beim Verlobungsring los, wollen die Wissenschaftler doch bemerkt haben, dass ein zwei- bis viertausend Dollar teurer Ring für Männer eine 1,3 Prozent höhere Scheidungsrate bedeute als ein Ring zwischen 500 und 2000 Dollar.

Darin ist jedoch kein Freifahrtschein für Geizkrägen zu sehen, denn die Ergebnisse der Studie weisen auch darauf hin, dass ein Ring unter 500 Dollar ebenfalls mit einer höheren Scheidungsrate in Verbindung steht.

Für die Hochzeit selbst scheint es jedoch keinen Mindestpreis zu geben: Je günstiger die Feier, desto langlebiger die Ehe, zeigen die Korrelationen. Am besten fahren scheinbar Paare, die für ihre Hochzeit bis zu 10.000 Dollar ausgeben. Wer dagegen 20.000 Dollar oder mehr hinblättert, erhöht sein Scheidungsrisiko um bis zu 46 Prozent.

Umgerechnet bedeutet das: Bis zu 8.000 Euro sind optimal, bei über 16.000 Euro sollte man die Reißleine ziehen. Im Gegensatz zu amerikanischen Paaren, die im Durschnitt 30.000 Dollar (ca. 24.000 Euro) für den schönsten Tag des Lebens ausgeben, liegen deutsche Hochzeiten mit durchschnittlich 5.000 Euro pro Feier im grünen Bereich.

In Deutschland wird jede Dritte Ehe geschieden

Tatsächlich scheint ein erster Blick auf die jeweiligen nationalen Scheidungsraten der Vermutung Recht zu geben. In Deutschland wird laut Angaben des Statistischen Bundesamts etwa jede dritte Ehe geschieden, während die Scheidungsrate in den USA oberflächlich betrachtet 50 Prozent beträgt.

Schaut man sich jedoch die verschiedenen Altersgruppen, Wiederverheiratete und die zeitliche Entwicklung der letzten Jahre genauer an, ergibt sich ein weitaus differenzierteres Bild.

Klar, man hätte sich denken können, dass sich die Sache komplizierter verhält als zunächst gedacht. Die Wissenschaftler deuteten nämlich auch einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Hochzeitsgäste und der Ehedauer an. Je mehr „Zeugen“ der Zeremonie beiwohnten, umso wahrscheinlicher sei ein langes Eheglück.

Vielleicht handelt es sich aber bei jenen Paaren, die das Kunststück vollbringen, für 5.000 Euro über 200 Gäste zu verköstigen, auch nur um ein besonders eingespieltes Team. Und Team Play hat bekanntlich noch keiner Beziehung geschadet.

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