Wie Pharma-Unternehmen die Cannabis-Legalisierung torpedieren

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Cannabis macht Krankheiten erträglicher, manchmal lassen sie sich damit sogar erfolgreich bekämpfen.

Es gibt Menschen, die sagen, dass Cannabis das beste Schmerzmittel ist, das sie je ausprobiert haben. Besser als Ibuprofen zum Beispiel, und besser als Paracetamol. Weil es keine Nebenwirkungen verursacht.

Und das Beste ist: Cannabis könnte jeder ohne großen Aufwand im Garten anbauen. Kostenlos.

Nur ist der Eigenanbau von Cannabis – auch zu medizinischen Zwecken – bis auf wenige Ausnahmen illegal.

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Und die deutsche Pharma-Lobby möchte wahrscheinlich, dass es so bleibt. Denn ein Medikament, das kein Geld kostet, aber großen Nutzen hat, ist ein ziemlich starker Konkurrent für etablierte Medikamente, die viel kosten, und zwar vielleicht das ursprüngliche Symptom bekämpfen, aber dafür neue Schmerzen mit sich bringen.

Warum sollten die deutschen Pharma-Firmen da anders denken als die in den USA? Dort legalisieren die Bundesstaaten Cannabis nach und nach für medizinische Zwecke. Aber etliche Schmerzmittel-Hersteller widersetzen sich der Liberalisierung oder fordern harte Regeln für den privaten Konsum.

Offiziell behaupten sie, dass Cannabis nicht legalisiert werden dürfe, weil es gefährlich sei. Tatsächlich wollen sie die Legalisierung nicht, weil sie sie arm machen würde.

Aus einem nicht ganz neuen, aber bislang wenig beachteten, vertraulichen Dokument der Partnership for Drug-Free Kids ging hervor, dass mehrere Pharma-Firmen Anti-Legalisierungs-Kampagnen mitfinanzierten, unter anderem die Unternehmen Purdue Pharma und Abbott Laboratories. Purdue gehört demnach auch zu den Geldgebern der Community Anti-Drug Coalition of America (CADCA).

Die Unternehmen verbindet, dass sie starke Schmerzmittel aus Opium herstellen – die alle abhängig machen (was bei Cannabis mindestens umstritten ist) und etliche Amerikaner in die Sucht führen. 16.000 sterben jährlich an einer Überdosis.

Ein hinzunehmendes Übel? Purdue machte seit 1996 mehr als 27 Milliarden Dollar Umsatz mit seinen Schmerzmitteln.

Das wäre mit Cannabis nicht zu machen.

Es verwundert daher kaum, dass Pharma-Unternehmen auch in Deutschland wenig Interesse an der Erforschung des alternativen Medikaments haben.

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