AfD-Politiker behauptet, KZ-Gaskammern seien erst von den Alliierten gebaut worden

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Bei den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen feierte die Alternative für Deutschland (AfD) enorme Erfolge. Doch einige der Menschen werden sich wohl fragen, wer da so in die Parlamente gewählt wurde.

Denn einige Parteimitglieder machen mit höchst kruden Thesen von sich reden. Bei der AfD-Vortragsveranstaltung „Deutsche Selbstwahrnehmung“ im Stockelsdorfer Herrenhaus in Ostholstein zum Beispiel, über den die "Lübecker Nachrichten" (LN) berichten.

„Mut zu Deutschland“ ist das Motto - und der Vortragende ist Dirk Helms, Mitglied des AfD-Kreisverbandes Stormarn.

Und der Mann macht sich Sorgen.

Große Sorgen: Die „wachsende Zahl der Muslime“ sei zwischen Lille und Marseille auffällig — dort denke man, man sei in Afrika“, berichten die "LN". Er spricht vom „ Einnisten anderer Kulturen“.

Und natürlich macht er sich Sorgen auch um Deutschland: Das Volk sei in Bezug auf seine Identität „völlig verunsichert“ und werde täglich manipuliert.

Von wem? Ach ja, klar: Die Medien missbrauchen ihre Macht und verbreiten Unwahrheiten.

Besser mal auf die Wahrheiten schauen. Der Beginn des Zweiten Weltkrieges sei laut Helms, entgegen der Forschungsmeinung, nicht von Hitler geplant gewesen, berichtet die "LN"-Reporterin weiter. Die Alliierten hätten eine „erbarmungslose Propaganda“ verfolgt.

Der Mann verheddert sich immer weiter in Verschwörungstheorien: Schließlich, so der "LN"-Bericht, führt er aus: Im Konzentrationslager Dachau seien erst im Nachhinein von den Alliierten Gaskammern eingerichtet worden — um zu täuschen.

„Geschichte muss man eben ganz genau beleuchten“, findet Helms. Es wäre wichtig, dass die AfD die Aussagen dieses Mannes einmal ganz genau beleuchtet werden.

Das gilt auch für andere AfD-Politiker in Deutschland. Zum Beispiel für Rainer Wink, einen Bad Kreuznacher AfD-Stadtrat.

Der behauptete, dass es seit 1990 keinen deutschen Staat mehr gebe, und stellte klar, dass er daher auch kein Staatsbürger sein könne. Er beanspruche für sich eine „staatliche Selbstverwaltung“.

Das Stockelsdorfer Herrenhaus in Ostholstein, in dem der reichlich umstrittene AfD-Vortrag zu hören war, war zuvor übrigens von Unbekannten beschmiert worden. Sie hatten geschrieben: „AfD stoppen! Nazis bekämpfen!“

Video: Erfolgreich und merkwürdig: Die fünf skurrilsten Thesen der AfD-Politiker

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