POLITIK
16/10/2014 07:06 CEST | Aktualisiert 16/10/2014 07:21 CEST

Partei „Die Rechte" verbreitet rechte Ideologien in Kita

Getty

Dieses Verhalten ist unglaublich makaber - und zudem hoch gefährlich für die Gesellschaft.

In Braunschweig haben Rechtsextreme eine Kita aufgesucht, um Kleinkinder für ihre Hetze gegen Asylanten zu manipulieren. Das berichtet die „taz”.

Dem Bericht zufolge schlich sich eine rechte Gruppierung in die „Kita Morgenstern” ein - unter dem Tarnnamen „Bürgerinitiative für Sicherheit in Braunschweig“.

Stimmungsmache gegen Einwanderer

Die sogenannte Initiative hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Flüchtlingssituation in der Stadt zu verbessern, die sich in den vergangenen Wochen zugespitzt hat in Braunschweig - ähnlich wie in anderen deutschen Städten.

Die „Kita Morgenstern” liegt nur unweit von der Landesaufnahmeeinrichtung für Asylanten und Flüchtlinge entfernt, ist also direkt mit der Problematik konfrontiert.

Vermittlungsversuche und ein gemeinsamer Dialog wären also in der Tat eine gute Idee gewesen. In Wirklichkeit hatten die beiden Gäste, ein Mann und eine Frau, die zu Besuch in der Kita waren, etwas ganz anderes im Sinn: Stimmungsmache gegen Einwanderer - und das vor 117 Kindern.

„Mütter werden belästigt"

Wie die „taz” schreibt, sind die Propagandisten Mitglieder der Partei „Die Rechte“. Es handelt sich offenbar um die Bundesvorstandsmitglieder Tatjana und Michael Berner.

Die Initiative selbst tönt sich auf ihrer Facebook-Seite: „Die Situation der Mitarbeiterinnen und Mütter“ sei schlimm, sie würden „immer wieder auf den Wegen um die Kita belästigt“.


Der Geschäftsführer der Kita, Klaus-Peter Ploppa, sieht zwar auch gewisse Probleme durch die Nähe des Asylbewerberheims. Der „taz” sagte er aber: „Von dem rechtsradikalen Hintergrund dieser Vereinigung hatten wir bedauerlicherweise keine Kenntnis.“

Die Kita distanziere sich aber klar von den „suggestiven Behauptungen dieser Initiative“, die Asylbewerber stellten eine Gefahr dar, betonte Ploppa.

Situation „untragbar"

Nicht die Asylsuchenden, sondern deren Situation sei „nicht tragbar, hier muss gehandelt werden“, sagte er der Zeitung.

Auch die Politik geht mit dem Verhalten der Rechtsextremen hart ins Gericht: Julia Willie Hamburg, Landtagsabgeordnete der Grünen in Hannover, sagte der „taz”:

„Die Rechtsextremen versuchen, die angespannte Situation in Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende und bei Unterkünften immer dreister politisch zu instrumentalisieren. Sie schüren geschickt die vorhandenen Ängste und Ressentiments vor Ort.“




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