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21 Zahlen, die zeigen, warum Sie HEUTE über den Klimawandel nachdenken müssen

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USA FEUER KATASTROPHE
Getty
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Das Foto von 35.000 Walrossen, die sich an der Küste Alaskas zusammenquetschen, erinnert uns diese Woche daran, dass der Klimawandel immer noch da ist. Für die, die es verpasst haben: Der Mangel an arktischem Eis zwang die Walrosse, sich auf einem kleinen Fleck Land zusammenzukauern – normalerweise verteilen sich die Tiere über eine weite Fläche. (Das Gleiche ist schon letztes Jahr passiert.)

Die Not der Walrosse fällt ins Auge, aber der Klimawandel hat noch viel mehr, teils weniger leicht zu erkennende Effekte. Es wurde nachgewiesen, dass er weltweit für Hitzewellen sorgt, die zum Aussterben der Tierwelt führen und angeblich sogar die Gravitation abschwächen.

Hier sind 21 Zahlen, die das größte globale Problem unserer Zeit illustrieren:

alaska 35000 walrus

0,01 Prozent

Der Teil der aktiven Klimaforscher, die nicht an einen vom Menschen verursachten Klimawandels glauben. Die Untersuchungen des Geologen James Lawrence Powell haben ergeben, dass von 9136 Forschern, die zwischen November 2012 und Dezember 2013 gemeinsam einen 2258 Seiten umfassenden Bericht zum Klimawandel verfasst und gegengelesen haben, nur ein Einziger der These widersprach, dass Menschen das Weltklima verändern. Eine andere Studie untersuchte 4000 Veröffentlichungen, die Korrektur gelesen wurden, und stellte fest, dass in 97 Prozent davon der Mensch als Ursache für den Klimawandel genannt wird.

90 Prozent

Der Teil der 108 Bücher zum Klimawandel, die zwischen 1982 und 2010 geschrieben wurden, den Klimawandel leugnen und nicht geprüft wurden. Die Bücher leugneten auf verschiedenste Art und Weise die Existenz des Klimawandels, die Schuld des Menschen am Klimawandel, den negativen Einfluss des Klimawandels auf die Umwelt oder enthielten eine Kombination aus allen dreien. Man hat auch herausgefunden, dass es eine starke Verbindung zwischen diesen Büchern und konservativen Thinktanks gibt. 72 Prozent der Bücher wurde von Menschen herausgegeben oder geschrieben, die einer solchen Gruppe angehören.

800.000 bis 15.000.000 Jahre

So viele Jahre war das Kohlenstoffdioxid-Niveau nicht mehr so hoch wie jetzt. Damals lebten noch nicht so viele Menschen auf der Welt, der Meeresspiegel war 30 Meter höher und das Weltklima um 11 Grad Celsius wärmer als jetzt.

klima industrie

1895

Das Jahr, in dem Savante Arrhenius in einer Veröffentlichung den Einfluss der steigenden Kohlenstoffdioxidkonzentration auf den Treibhauseffekt beschrieb. Arrhenius, ein schwedischer Physiker und Chemiker, stellte die Hypothese auf, dass Veränderungen in der Kohlenstoffdioxidkonzentration und andere Treibhausgase einen deutlichen Einfluss auf das Klima auf der Erdoberfläche haben könnten. Arrhenius war vielleicht nicht der erste, der vermutete, dass Menschen das Klima beeinflussen können, aber seine Untersuchungen zeigen, dass die Grundlagenforschung zur Klimaerwärmung schon seit mehr als einem Jahrhundert bekannt ist. Und trotzdem gibt es in den USA immer noch Personen des öffentlichen Lebens, die die Existenz der Klimaerwärmung in Frage stellen.

142 Prozent

Der Prozentsatz, um den der Kohlenstoffdioxidanteil seit der industriellen Revolution in der Atmosphäre gestiegen ist. Die Konzentration zweier andere wichtigen Treibhausgase, Methan und Stickstoffoxid, ist im Vergleich zu der Zeit vor der industriellen Revolution um 253 Prozent beziehungsweise 121 Prozent gestiegen.

2 Grad Celsius

Die offizielle weltweite Grenze für einen maximalen Temperaturanstieg, den die Menschheit ohne gefährliche Konsequenzen verkraften kann. Sie wurde 1996 von der EU und 2009 in der Übereinkunft von Kopenhagen als politisches Ziel festgelegt. Sollte sich der Planet, verglichen mit der Zeit vor der Industrialisierung, um mehr als 2 Grad Celsius erwärmen - wie es gerade geschieht – wird die Menschheit sich mit den negativen Folgen des Klimawandels auseinandersetzen müssen. Mit vermehrter Nahrungsmittelknappheit, extremen Wetterphänomenen und dem Massensterben von Pflanzen- und Tierarten.

800.000.000.000 Tonnen

Die errechnete Menge an Tonnen Koholenstoffdioxid, die der Mensch in die Atmosphäre leiten kann, bevor sich die Erde um mehr als zwei Grad erwärmt. Laut einer Studie des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) von 2013 beträgt das "Kohlenstoffdioxid-Budget" der Erde 800 Milliarden Tonnen. Wir haben schon fast zwei Drittel davon erreicht.

88,9 Kilogramm

Die Menge Kohlenstoff in Kilogramm, die durch das Verbrennen von einer Gallone (etwa 3,7 Liter) Benzin entsteht. Eine Gallone Diesel ist sogar noch schädlicher, sie erzeugt 1015 Kilogramm Kohlenstoffdioxid. Die US-Energiebehörde (EIA) schätzt, dass benzin- und dieselbetriebene Transportmittel 2013 1522 Millionen Tonnen Kohlenstoff in die Umwelt entlassen haben.

25 Prozent

Der Prozentsatz, um den das Kohlenstoff-Niveau in der Atmosphäre zwischen 1959 und 2013 gestiegen ist. Das bedeutet einen Anstieg von 316 Parts per Million auf 397 Parts per Million. Im den letzten zwei Jahrzehnten stieg die Konzentration jährlich im Schnitt von 1,9 Parts per Million auf 2,1.

klimawandel asien

400.000 Tote

Geschätzte Zahl jährlicher Todesfälle aufgrund von Faktoren, die der Klimawandel beeinflusst. 2012 hat die gemeinnützige europäische Organisation DARA einen Bericht veröffentlicht, in dem sie davon ausgeht, dass so viele Menschen im Durchschnitt jährlich aufgrund von Hunger und Infektionen, die auf das extreme Wetter zurückzuführen sind, sterben werden. Kinder in Entwicklungsländern werden besonders betroffen sein. Eine Gruppe von Ärzten schätzte kürzlich, dass bis zu sieben Millionen Menschen frühzeitig sterben werden. Schuld daran wird die Luftverschmutzung, drinnen und draußen, durch die Nutzung fossiler Brennstoffe sein.

696.000.000.000 Dollar

Verlust des Bruttoinlandsprodukts (BIP) weltweit 2010, der vermutlich durch den Klimawandel verursacht wurde. Untersuchungen legen nahe, dass bis 2030 zwei bis drei Prozent des jährlichen weltweiten BIP verloren gehen werden. Grund dafür sind die negativen Folgen des Klimawandels, wie zum Beispiel Ernteverluste. In Entwicklungsländern könnte der Verlust sogar bis zu elf Prozent des BIP einer Nation betragen.

0,3 bis 0,9 Meter

Die durchschnittliche Zahl an Metern, um welche der Meeresspiegel bis 2100 vermutlich steigen wird. Die Schätzungen des IPCC basieren auf der Annahme, dass die Treibhausgasemissionen mit der aktuellen Geschwindigkeit weiter steigen. Der Meeresspiegel wird voraussichtlich weltweit nicht gleichmäßig ansteigen. Manche Gegenden wie zum Beispiel einige US-Staaten am Atlantik (New York, New Jersey und Pennsylvania) werden besonders betroffen sein.

1,2 Meter

Meter, die der Meeresspiegel steigen könnte, wenn die immer instabilere westarktische Eisschicht kollabiert. Die Eisdecke wird bereits dünner. Eine Studie nennt den letztendlichen Zusammenbruch "unaufhaltbar“. Das Schmelzen der Eisdecke würde den ohnehin steigenden Meeresspiegel noch viel höher werden lassen. Doch Forscher glauben nicht daran, dass das bald passiert. Im schlechtesten Fall in 200 bis 1000 Jahren.

2041

Das Jahr, in dem es aufgrund der bis dahin in der Atmosphäre angesammelten Treibhausgase zu spät sein wird, Miami vor der Überschwemmung zu retten. Das heißt nicht, dass Miami 2041 unter Wasser stehen wird. Aber wenn die Emissionen weiter steigen wie bisher, ist 2041 das Jahr, ab dem man den Anstieg des Meeresspiegels nicht mehr aufhalten kann. Den Meeresspiegelanstieg, der später die meisten Städte überfluten würde.

miami meeresspiegel

7,5 Grad Celsius

Höchstniveau für den durchschnittlichen Temperaturanstieg bis 2100 weltweit. Das niedrigste Niveau geht von einem weltweiten Anstieg um 1,6 Grad Celsius aus. Die Veränderungen der Temperatur werden sich voraussichtlich von Ort zu Ort unterscheiden.

0,3 bis zu 0,5 Grad Celsius

Geschätzte Abnahme der Temperatur bis 2100, wenn manche aktuell nichtbewaldeten Gebiete in Europa zu Laubwald aufgeforstet werden. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass das passiert, aber eine Studie von 2013 zeigt, die Vorteile, Vegetation als Waffe gegen den Klimawandel zu nutzen.

70 oder mehr Tage

Tage, an welchen es 2011 in Teilen der USA mindestens 38 Grad Celsius hatte, basierend auf den Daten des National Climate Assessment (NCA). Texas, Oklahoma, Arizona und Südkalifornien wurden in diesem Jahr besonders hart von dem glühend heißen Wetter getroffen. Ein Trend, der voraussichtlich mit dem Klimawandel noch zunimmt.

14,9 Tage

Durchschnittliche Anzahl der Tage im Jahr, an welchen es in New York City 32 Grad Celsius haben wird. Diese Vermutung basiert auf Daten, die zwischen 1870 und 2013 gesammelt wurden. Das letzte Jahr, in dem es in New York City nur einen Tag gab, an dem es über 32 Grad Celsius hatte, war 1902.

69 Tage

Höchstschätzungen für die Zahl der Tage, an welchen es in New York City über 32 Grad Celsius haben wird, wenn die Emissionen nicht eingedämmt werden. Das sind die Aussichten für 2100. Die niedrigsten Schätzungen gehen von 18 Tagen aus. Andere Städte könnten eine viel heißere Zukunft haben. In Miami wird es 2100 fast 200 Tage im Jahr über 32 Grad Celsius haben, oder sogar heißer sein.

9

Neun der zehn heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen 1880 lagen im 21. Jahrhundert. Das andere Jahr war 1998. Das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1880 war 2010.

71 Prozent

Der prozentuale Anstieg sehr starker Niederschläge, der im Nordosten der USA zwischen 1958 und 2012 aufgezeichnet wurde. Nur in Hawaii sank die Zahl der Niederschläge (um zwölf Prozent) in dieser Zeit. Im Mittleren Westen stieg die Zahl der schweren Niederschlagsereignisse von 16 auf 37 Prozent, im Süden stieg sie um 27 Prozent.

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