Helmut Kohl über Angela Merkel: „Die konnte nicht richtig mit Messer und Gabel essen"

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Mehr als 600 Stunden hat der WDR-Journalist Heribert Schwan zwischen März 2001 und Oktober 2002 mit Altkanzler Helmut Kohl (CDU) gesprochen. Die Tonbandaufnahmen stellen so etwas wie das politische Vermächtnis von Kohl dar: Nie zuvor und nie wieder danach hat sich der rheinland-pfälzische Christdemokrat einem Fremden gegenüber derart geöffnet.

Die Bänder waren Basis für die Memoiren-Bände Kohls, die Schwan als Auftragsschreiber begleitete. Nun hat das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ die Transskripte der Bänder für eine Titelgeschichte gesichtet. Und tatsächlich bieten sich einige überraschende Einblicke.

Kohl zeigte sich besonders über jene Personen erzürnt, denen er „politischen Verrat“ vorwirft. Offenbar war Kohl zum Zeitpunkt der Interviews in der Lage, sich an sämtliche Zwistigkeiten seiner in den späten 40er-Jahren begonnenen Politkarriere zu erinnern.

"Merkel hat keine Ahnung"

Besonders schlecht kommt die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel weg. Sie wurde einst von Kohl entdeckt, hatte sich aber während der Spendenaffäre im Jahr 2000 von ihm abgewandt. „Frau Merkel konnte ja nicht richtig mit Messer und Gabel essen. Sie lungerte sich bei den Staatsessen herum, sodass ich sie mehrmals zur Ordnung rufen musste.“

Man könne sich nur „bekreuzigen“ ob ihrer Dummheit während der Spendenaffäre, so Kohl weiter. Über die Europapolitik der damaligen Oppositionsführerin sagte Kohl: „Die Merkel hat keine Ahnung.“

Kohl über Wolfgang Thierse: "Ein Volkshochschulhirn"

Auch über den ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse findet Kohl keine guten Worte. So seien für den Zusammenbruch des Ostblocks keinesfalls die Demonstrationen und Bürgerrechtsbewegungen hauptverantwortlich gewesen, wie Thierse behauptet, sondern die desolaten Finanzen vieler kommunistischer Staaten. Kohl nannte Thierse bei dieser Gelegenheit ein „Volkshochschulhirn“.

Doch auch mit politischen Weggefährten aus der Vorwendezeit geht Kohl hart ins Gericht. Norbert Blüm, Rita Süssmuth, Gerhard Stoltenberg und Heiner Geißler nannte er „hinterfotzig“.


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