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Die Ebola-Gewinnler: Diese 5 Branchen und Unternehmen machen mit dem Tod Kasse

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Das Ebola-Virus zerstört die afrikanische Wirtschaft: Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds befürchten einen "katastrophalen" Rückgang von Wirtschaft und Handel in diesen ohnehin fragilen westafrikanischen Ländern. Allein in Liberia könne im kommenden Jahr das Bruttoinlandsprodukt im zweistelligen Prozentbereich absacken, in Sierra Leone um fast 9 und in Guinea immerhin noch um 2,3 Prozent. Jedoch gibt es in der Ebola-Krise nicht nur Verlierer. Hier fünf Branchen und Unternehmen, die gerade absahnen:

1. Der afrikanische Online-Händler Jumia

jumia

In Nigeria, dem mit mehr als 170 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Land Afrikas, boomt wegen Ebola der Online-Handel. Bei Jumia, dem größten E-Commerce-Unternehmen des Landes, haben sich die Auftragseingänge für Waren des täglichen Bedarfs seit dem Virusausbruch verdreifacht. Starke Zuwächse verbuchten auch die Konkurrenzfirmen Konga und Kaymu. Zwar registrierte das Riesenland bislang nur acht der weit mehr als 3000 Ebola-Todesfälle in Westafrika. Aber die Schreckensbilder sterbender Menschen aus den Hauptstädten von Liberia und Sierra Leone, Monrovia und Freetown, hätten viele Nigerianer veranlasst, große Menschenansammlungen auf Märkten oder in Shopping Malls zu meiden, berichtete das Magazin "The Economist". Die Online-Händler profitieren nach eigenen Angaben auch durch eine stark gestiegene Nachfrage nach Sanitär- und Desinfektionsmitteln.

2. Pharmaindustrie: Tekmira Pharmaceuticals

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Eine ganz besondere Sorte "Ebolagewinnler" sind auch jene, die in dieser Situation gezielt auf Aktien oder Optionen von Unternehmen setzen, deren Umsätze durch die Krise steigen könnten. Anteilsscheine der kanadischen Biotech-Firma Tekmira Pharmaceuticals etwa sind in den vergangenen Wochen um mehr als 20 Prozent nach oben gegangen. Tekmira gehört zu jenen Unternehmen, die an Impfstoffen gegen Ebola arbeiten. Zehntausende Dosen hofft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis spätestens Anfang 2015 bereitstellen zu können. Beim Börsenbroker Lynx hieß es dazu, man drücke "natürlich weiterhin fest die Daumen, dass hier schon bald ein brauchbares, zuverlässiges und vor allem für die Bevölkerung günstiges" Mittel auf den Markt komme. Die Tekmira-Aktie befinde sich "technisch noch immer in einer sauberen Aufwärtsbewegung". Am Mittwoch, dem Tag an dem bekannt wurde, das ein Mann in den USA an Ebola erkrankt ist, legten die Tekmira-Aktie (Nasdaq: TKMR) 18 Prozent zu - seit Mitte Juli stieg sie um 180 Prozent.

3. Schutzkleidung: Lakeland Industries
laka

Nicht nur Biopharma-Unternehmen profitieren von der Ebola-Panik. Der Preis der Aktie von Lakeland Industries (LAKE) hüpfte am Mittwoch fast 30 Prozent nach oben. Das Unternehmen stellt Schutzkleidung her.

4. Gumminhandschuhe: Top Glove in Malaysia
Malaysia ist der größte Produzent von Gummi-Handschuhen. Seit Ausbruch der Ebola-Krise haben die Handschuh-Hersteller einen stetigen Anstieg der Nachfrage beobachtet. Die Aktie von Top Glove, dem größten Handschuh-Hersteller im Land, stieg seit Mitte des Jahres um 10 Prozent. Das ist nicht das erste Mal, dass die Unternehmen von einer Gesundheitskrise profitieren. Der Ausbruch der Schweinegrippe bescherte den drei größten Handschuh-Herstellern ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20.

5. Kakao-Terminkontrakte
Skrupellos spekuliert wird sogar mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln, sogenannten Futures. Diese dürften sich im Falle einer weiteren Ausbreitung der Epidemie rapide verteuern. Deutlich gestiegen ist etwa der Kurs von Kakao. Was das mit Ebola zu tun hat, erklärt das "Wall Street Journal" so: 60 Prozent der weltweiten Produktion komme aus den Ländern Elfenbeinküste und Ghana. Und die Elfenbeinküste, Ghanas Nachbar, habe unkontrollierte Grenzen zu den Ebola-Ländern Liberia und Guinea. Sollte die Krankheit die Kakao-Regionen erreichen, könne die Produktion einbrechen. "Das letzte Mal, als die Exporte aus der Elfenbeinküste zum Stillstand kamen - während einer Bürgerkriegsphase Ende 2010 und Anfang 2011 - gingen die Preise für Kakao-Terminkontrakte um bis zu 32 Prozent nach oben."

Mit Material der DPA

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