Krieg gegen ISIS - Experten fordern: Bundeswehr soll in den Irak

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Krieg gegen ISIS - Experten fordern: Bundeswehr soll in den Irak | Getty
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Nach langem Zetern und Zaudern haben sich die USA entschieden, den ISIS mit massiven Luftangriffen in Syrien zu bekämpfen. Und die politischen Verbündeten ziehen mit. Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Canada.

Wer fehlt in dieser Liste, ist Deutschland. Der Beitrag der Bundesregierung zur Bekämpfung von ISIS beschränkt sich bislang auf die humanitäre Unterstützung irakischer Aufständischer und Waffenlieferungen an kurdische Gruppen im Land, die von den Terroristen verfolgt und getötet werden.

Experten fordern Unterstützung von Alliierten

Die Bevölkerung, so sieht es derzeit aus, mag diesen Kurs stützen. Unter Militärexperten mehren sich jedoch die Stimmen, die eine aktivere Rolle deutscher Streitkräfte im Irak fordern.

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, beklagte gegenüber „Bild”: „Unsere Alliierten fliegen Einsätze gegen ISIS, sind also im Einsatz für unsere gemeinsame Sicherheit und wir sind nicht dabei. So darf die größte Volkswirtschaft Europas und eines der wichtigsten Nato-Länder eigentlich nicht handeln.“

Eine Entsendung deutscher Kampfflugzeuge in den Irak wertet der frühere Nato-General als „klares Zeichen für einen ganz engen Schulterschluss mit unseren Verbündeten. Und es wäre auch ein starkes Signal nach innen, an die Bevölkerung, dass Deutschland gemeinsam mit den Verbündeten entschlossen gegen ISIS handelt.“

Kujat ist nicht der Einzige, der sich eine offensivere Rolle der Bundeswehr wünscht. Trotz täglicher Mängelberichte und Zweifeln an der Ausstattung der Streitkräfte gilt es in Expertenkreisen als sicher, dass Deutschland eine militärische Intervention gegen ISIS stemmen könnte.

„Drecksarbeit im Irak lassen wir andere machen"

Vor diesem Hintergrund gab es zuletzt auch immer mehr Forderungen aus der Politik, die in diese Richtung zielten.

Als Erster hatte Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die Verweigerungshaltung der Bundesregierung öffentlich angeprangert.

In einem Beitrag für die „Bild” kritisierte zu Guttenberg kürzlich: „Die Drecksarbeit im Irak lassen wir andere machen."

Und in der vergangenen Woche kritisierte FDP-Chef Christian Lindner: „Statt Waffen in fremde Hände zu geben, sollte Deutschland ehrlich Verantwortung übernehmen, indem wir die Luftoperationen unserer Verbündeten unterstützen. Jetzt wäre ein Anlass, einen Schritt auf eine gemeinsame europäische Armee zu gehen.“


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