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„Hart aber fair": Plasberg-Sendung endet mit Eklat zwischen Volker Beck und einem Salafisten

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HART ABER FAIR
ARD Mediathek/Hart aber fair
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Frank Plasbergs Sendung heißt „Hart aber fair“. Schon der Name soll signalisieren, dass es ab und zu auch mal zur Sache geht.

Äußerst selten aber kommt es vor, dass wegen eines Streits zweier Gäste die nachfolgenden „Tagesthemen“ verschoben werden müssen. Am Montag war es soweit.

Unter dem Titel „Streife für Allah – vor welchem Islam müssen wir Angst haben?“ hatte sich Plasberg zahlreiche prominente Gäste ins Studio eingeladen: Fernsehjournalist Ulrich Kienzle, den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, Grünen-Politiker Volker Beck - und Sheikh Hassan Dabbagh.

Eklat beim Schlusswort

Dem Imam der Leipziger Al-Rahman-Moschee war das Schlusswort zugedacht. Das nutzte er, um noch einmal im großen Stil gegen Israel auszuteilen.

„Wir haben eine Doppelmoral. Herr Hermann hat gesagt, dass man auch die Staatsbürgerschaft der Armee haben muss, für die man kämpft. Deutsche Staatsbürger haben in Israel gegen die Palästinenser gekämpft, sie haben Kinder getötet. Wie wollen sie dieses Problem lösen?“

Dieser Satz war Volker Beck zu viel. Er schnitt dem sichtlich wütenden Dabbagh das Wort ab: „Wollen Sie ISIS mit der israelischen Armee vergleichen? Sie sind doch nicht ganz bei Trost!“

„Sie sind ein übler Hetzer"

Plasberg ging dazwischen. Offenbar war ihm klar, dass er einen Vergleich zwischen Israel und den ISIS-Terroristen nicht unkommentiert stehen lassen konnte. An Dabbagh gerichtet sagte er: „Sie haben einen Vergleich gezogen, der diskussionswürdig ist. Das ist ein bisschen blöd, wenn das am Ende passiert. Sie sollten das letzte Wort haben, das haben sie nun aber nicht mehr, das hat jetzt Volker Beck.“

Und der ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, nun gegen Dabbagh zu polemisieren. „Man kann doch nicht jemanden, der in einer regulären Armee kämpft, weil er die israelische Staatsbürgerschaft hat, gleichsetzen mit jemandem, der in einer Terrororganisation wie dem ISIS kämpft. Sie haben die Maske fallen lassen und gezeigt, was für ein übler Hetzer Sie sind.“

Schon zu Beginn der Sendung hatte Dabbagh die deutsche Öffentlichkeit mit einer Ansammlung von Pawlowschen Hunden verglichen, die darauf konditioniert worden seien, sich vor dem Islam zu fürchten.

Sind Hunde eine Beleidigung?

Plasberg antwortete, dass Menschen wohl mehr Intelligenz als Hunde hätten. Was man auch noch mit Recht hätte einwenden können: Die Bezeichnung anderer Menschen als „Hund“ gilt in der muslimischen Welt als eine extrem ehrabschneidende Beleidigung.

Immer wieder geriet Dabbagh in der Folge mit den anderen Diskussionsteilnehmern aneinander. Die Islamkundelehrerein Lamya Kaddor etwa musste ihm erklären, dass der Ausruf „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) vor Gericht auch als Abschätzigkeit gegenüber dem weltlichen Rechtssystem verstanden werden kann. Auch dass Plasberg ihn einen „Salafisten“ nannte, störte Dabbagh. Obwohl das den Tatsachen entspricht.

Und als Volker Beck ihm vorwarf, dass in seiner Gemeinde Werbematerialien verteilt worden seien, in denen ausschließlich dem Gesetz Gottes Gültigkeit zugesprochen wurde, würgte Sheikh Dabbagh die Diskussion ab.

Tagesthemen in der Warteschleife

Er habe das Wort gehabt und wolle nun sprechen. So stauten sich über volle 90 Minuten Aggressionen auf, die sich am Schluss entluden.

Plasberg entschuldigte sich bei Tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga. Die hatte nämlich den französischen Ministerpräsidenten zu Gast und musste einige Minuten warten.

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